Strassenverkehr

Autos sollen erst nach sechs Jahren erstmals geprüft werden

Ein Verkehrsexperte prüft die Unterseite eines Fahrzeugs. (Symbolbild)

Ein Verkehrsexperte prüft die Unterseite eines Fahrzeugs. (Symbolbild)

Autobesitzer sollen ihr Fahrzeug erst nach sechs Jahren erstmals prüfen lassen müssen. Das schlägt das Bundesamt für Strassen (Astra) vor. Garagisten sind von dieser Idee wenig begeistert.

Die heutige Regelung, die eine Frist von vier Jahren vorsieht, ist aus der Sicht des Bundesamts veraltet. Die geltenden Nachprüffristen seien 1995 eingeführt worden, teilte das ASTRA am Freitag mit. Die Qualität der Fahrzeuge habe sich seither markant verbessert.

Diese zeige sowohl die Mängelliste der Strassenverkehrsämter als auch die Unfallstatistik: Im Jahr 2012 waren technische Mängel bei weniger als einem Prozent der Strassenverkehrsunfälle die Hauptursache.

Motorräder sowie leichte und schwere Personenwagen sollen deshalb erst sechs Jahre nach der Inverkehrsetzung erstmals von einer Zulassungsbehörde geprüft werden. Heute gilt eine Frist von vier Jahren. Danach sollen die Fahrzeuge nach drei und dann jeweils nach zwei weiteren Jahren geprüft werden. Dies entspricht der heutigen Regelung.

Mit der vorgeschlagenen Verlängerung könnten die Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter entlastet werden, schreibt das ASTRA. Die entsprechende Verordnungsänderung geht bis am 4. Juli in die Anhörung.

Kürzere Fristen für Traktoren

Früher zur Prüfung müssten mit der neuen Regelung dafür gewerbliche Traktoren und Arbeitsmaschinen. Für diese galt bisher eine Frist von fünf Jahren nach der Inverkehrsetzung. Neu müssen diese Fahrzeuge bereits nach vier Jahren erstmals bei eine Zulassungsstelle vorgeführt werden.

Weiterhin bereits nach einem Jahr werden Fahrzeuge geprüft, die für den berufsmässigen Personentransport verwendet werden. Dasselbe gilt für Lastwagen und Sattelschlepper.

Periodisch geprüft werden müssen alle mit einem Kontrollschild versehenen und zugelassenen Fahrzeuge. Dabei werden sie auf ihre Sicherheit geprüft sowie darauf, ob sie die Umweltschutzvorgaben erfüllen.

Garagisten wehren sich

Bereits auf die Pläne des Bundesamts für Strassen reagiert haben am Freitag die Garagisten. Man wehre sich gegen die Verlängerung der Fristen, teilte der Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) mit.

Diese Opposition erstaunt nicht, bedeuten doch längere Fristen weniger Kunden für die Garagisten. Das sei aber nicht der Grund für den Widerstand, beteuert der Verband. Es gehe ihm in erster Linie um die Sicherheit.

Die Zahl sicherheitsrelevanter Mängel sei innerhalb von sechs Jahren "deutlich höher" als innerhalb von vier Jahren. Der Bund setze mit der geplanten Fristverlängerung deshalb die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer aufs Spiel.

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