Der Versuch mit selbstfahrenden Bussen läuft in Sitten seit Juni 2016. Anfänglich fuhren zwei SmartShuttles ohne Chauffeur auf einer Strecke von 1,5 Kilometern durch die Altstadt. Nun wird der Testbetrieb um eine weitere Innovation erweitert, wie die Stadt Sitten am Montag mitteilte.

Mit mehr Verkehr klarkommen

Neu sind die kleinen Busse nicht nur zwischen dem Bahnhof von Sitten und dem Stadtzentrum unterwegs, womit die Strecke doppelt so lang ist wie bisher. Die Pendelbusse müssen künftig auch mit stärkerem Verkehrsaufkommen klarkommen und zwei Strassen überqueren. Damit dies ohne menschliche Hilfe und gefahrlos gelingt, werden in den nächsten Tagen zwei intelligente Lichtsignalanlagen installiert.

Intelligente Ampeln steuern selbstfahrende Busse durch Verkehr

Intelligente Ampeln steuern selbstfahrende Busse durch Verkehr

  

Getestet wurde das System bereits auf einer abgeschlossenen Rundstrecke im Versuchszentrum der Post in Bern. Nun könne es in Echtzeit und unter realen Bedingungen in Sitten lanciert werden, wie wie die Stadt Sitten in der Mitteilung schreibt.

Die Kommunikation zwischen dem führerlosen Bus und der Lichtsignalanlage erfolgt über WLAN, gemäss einem neuen europäischen Standard, der in der Schweiz zum ersten ersten Mal angewendet wird.

Der Shuttle erhält jede Sekunde ein Signal, das ihm sagt, wann die Ampel auf Grün oder Rot wechselt und wie die Beschaffenheit der Strassenkreuzung ist. Dementsprechend kann das Fahrzeug die Geschwindigkeit anpassen. Das nächste Ziel ist es, mit den autonomen Bussen sicher durch einen Kreisel hindurch zu steuern. Dies soll in den nächsten Monaten möglich werden.

38'000 Fahrgäste befördert

Die zwei selbstfahrenden Busse in Sitten werden mit Strom betrieben. Sie können bis zu elf Personen befördern und fahren durchschnittlich mit 7,5 Stundenkilometern. Seit Beginn des Versuchs vor zwei Jahren wurden rund 38'000 Fahrgäste transportiert.

Die Busse können gratis benutzt werden. Aus Sicherheitsgründen ist immer eine Begleitperson anwesend, die das Fahrzeug jederzeit stoppen kann. Mussten die Sicherheitsbegleiter eingreifen, war in 80 Prozent der Fälle ein falsch parkiertes Auto der Grund.

In einem Fall touchierte ein Shuttle die offene Heckklappe eines parkierten Lieferwagens. Dabei entstand Sachschaden. Trotzdem wurde im September 2016 der Testbetrieb für zwei Wochen eingestellt, um Verbesserungen vorzunehmen.