Vorprojekt für den Obfelder Bereich

Autobahnzubringer: Warten auf den Kantonsratsentscheid

Auf der Höhe des Restaurants Grischa in Obfelden soll der Zubringerverkehr Richtung Ottenbach gelenkt werden. (Bild Werner Schneiter)

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Auf der Höhe des Restaurants Grischa in Obfelden soll der Zubringerverkehr Richtung Ottenbach gelenkt werden. (Bild Werner Schneiter)

Voraussichtlich im Frühjahr wird der Kantonsrat über das Gesamtprojekt eines Autobahnzubringers Ottenbach-Obfelden befinden. «Wir hoffen auf ein Ja und ihm Rahmen der Projektauflage auf nicht allzu viele Einsprachen», sagte Obfeldens Gemeindepräsident Peter Sandhofer an einer Orientierung von Ortsparteien und Kantonsräten.

Nach unzähligen Sitzungen, Gutachten, regierungsrätlichen Entscheiden, einer Petition und einem Wiedererwägungsgesuch ist es seit Oktober 2009 definitiv: Statt einer Umfahrung wie in Ottenbach wird in Obfelden die Variante einer Ortsdurchfahrt im Dorfteil Bickwil weiter verfolgt. Für Peter Sandhofer ist aufgrund des regierungsrätlichen Verdikts klar, dass jede weitere Intervention seitens der Gemeinde eine Nulllösung nach sich ziehen würde. «Deshalb hat sich der Gemeinderat stark eingesetzt, die noch möglichen weiteren Verbesserungen am vorliegenden Projekt einfliessen zu lassen», fügte er bei.

Tiefbauvorstand Marcel Hürlimann präsentierte letzte Woche Parteivertretern und Kantonsräten ein erweitertes Vorprojekt für den Bereich in Obfelden. Dieses beinhaltet unter anderem einen Umbau der Verzweigung auf der Höhe des Restaurants Grischa (ehemals Rütli), einen Radweg über Rickenbach bis zur Umfahrung, so genannte Netzwiderstände an der Dorfstrasse in Form von zwei Tempo-30-Zonen. Hürlimann hält diese für nötig, damit der längere Weg vom «Grischa» via Rickenbach über die Umfahrung Ottenbach angenommen und nicht über die Obfelder Dorfstrasse gefahren wird. Diese ist 2,2 km lang und weist rund 50 öffentliche und private Einmündungen auf, dazu fast alle Schulwegquerungen. «Für einen Autobahnzubringer eine viel zu gefährliche Situation», so der Tiefbauvorstand.

So soll auch bei den wichtigsten Schulübergängen Tempo 30 angeordnet werden. Kernpunkt bilden aber Massnahmen im Dorfteil Bickwil. Dort wird die Muristrasse auf einem Bereich von rund 250 Meter um fünf Meter abgesenkt und überdeckt. Der Ortsverkehr kann auf der Überdeckung abgewickelt werden. In den teilweise geschützten Ortsteilen (Kernzone) wird damit ausserdem eine Trennwirkung vermieden. Und gemäss einer Prognose werden die Lärmwerte, so Marcel Hürlimann, «eher besser sein als jetzt». In den Abschnitten ohne Überdeckung helfen Lärmschutzwände. Zudem ist ein Radweg Ottenbach - Affoltern via Bickwil vorgesehen. Im Bereich Restaurant Hirschen wird aber auf eine Radwegunterführung zugunsten einer Lichtsignalanlage verzichtet. Die Muristrasse wird vor dem «Hirschen» links Richtung Autobahnanschluss weggeführt.

5 bis 8 Jahre bis zur Realisierung

Jetzt nehmen Fachstellen Stellung zum erweiterten Vorprojekt und zur Umfahrung in Ottenbach. Sagt der Kantonsrat Ja, wird das Ausführungsprojekt erstellt. Ihm folgt die Planauflage mit Einsprachemöglichkeit. Mehrmals wurde darauf hingewiesen, dass der Kantonsrat über e i n Projekt Ottenbach-Obfelden entscheidet, voraussichtlich über einen Gesamtkredit von rund 60 Mio. Franken. Der Bund ist auf freiwilliger Basis bereit, einen einmaligen Beitrag von 25 Mio. Franken beizusteuern. Je nach Einsprachen dauert es fünf bis acht Jahre bis zur Realisierung.

Wie stehen die Chancen im Kantonsrat? Während für SVP-Vertreter Jakob Schneebeli die Meinung der betroffenen Bevölkerung entscheidend ist, hegt SP-Kantonsrätin Eva Torp Bedenken wegen der beiden Verkehrsachsen Obfelden und Ottenbach, die zum Autobahnzubringer in Affoltern führen. Hans Läubli, grüner Kantonsrat, ist vom vorliegenden Projekt «nicht begeistert» und überzeugt, dass vor allem die Umfahrung Ottenbach in seiner Fraktion keine Mehrheit finden wird. Eva Torp sagte aber zu den Chancen bei der Abstimmung über das Gesamtprojekt: «Sie müssen keine Angst haben. Der Kantonsrat ist auch beim Strassenbau bürgerlich dominiert».

Peter Sandhofer und Marcel Hürlimann betonten, dass man sich von der jetzigen (relativ ruhigen) Verkehrssituation nicht täuschen lassen dürfe. Die Zunahme erfolge schleichend. «Je länger wir warten, desto grösser werden die Probleme an der Dorfstrasse während der Bauphase, in der die Durchfahrt Bickwil geschlossen ist», warnte der Gemeindepräsident. Und Marcel Hürlimann zitierte Verkehrsminister Moritz Leuenberger, der anlässlich der A4-Eröffnung von einer 25-prozentigen Verkehrszunahme in den nächsten 20 bis 30 Jahren sprach.

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