Seit der Franken nicht mehr an den Euro gebunden ist, steigt der Einkaufstourismus aus der Schweiz nach Deutschland stark an. Dies betrifft neben Lebensmittelhändlern und Dienstleistern auch andere Bereiche – wie zum Beispiel den Verkauf der Schweizer Autobahn-Vignette.

In der Schweiz kostet diese 40 Franken. Der «Allgemeine Deutsche Automobilclub» (ADAC) hat die Autobahn-Vignetten ebenfalls in seinem Sortiment, allerdings für günstige 33 Euro. Durch die drastische Stärkung des Frankens ist die Vignette in Deutschland noch billiger geworden.

Ist nun mit einem Schweizer Ansturm in ADAC-Filialen zu rechnen? «Bislang kann von einem Aufschrei nicht die Rede sein», sagt Sigfried Gehlert von der Geschäftsstelle des ADAC. «Und mit Aufschrei meine ich einen auffallenden Anstieg an verkauften Vignetten.»

Nur nach Deutschland lieferbar

Die günstige Vignette sei aber auch nicht an die grosse Glocke gehängt worden. Die Frage, ob zwischen Schweizer und Deutschen Kunden unterschieden werde, verneint Gehlert sofort. «Wir machen keine Selektion unserer Kunden. Niemand muss aufgrund seiner Herkunft andere Preise bezahlen oder wird gar aus unseren Filialen verwiesen.» Auf der ADAC-Website kann man sie allerdings aus der Schweiz nicht bestellen, denn diese sind nur nach Deutschland lieferbar.

Momentan ist also eine Schweizer Autobahn-Vignette in Deutschland günstiger zu haben als bei uns. Der ADAC steht jedoch in Kontakt mit dem Touring Club Schweiz (TCS) und mit der Zolldirektion. Es wird damit gerechnet, dass sich die Preise der Schweizer Vignette dem Eurokurs anpassen – in diesem Fall also teurer werden. Dies wäre nur ein weiterer kleiner Stich für die Schweizer Tourismusbranche, da eine teure Autobahnvignette deutsche Touristen dazu bewegen könnte, mit ihrem Auto, statt in die Schweiz, in ein günstigeres Land zu reisen. (jba)