Auswil

Auswiler schicken Teil ihrer Schüler künftig nach Rohrbach

Schulhaus Auswil: Hier werden ab nächstem Schuljahr nur noch die Erst- bis Viertklässler unterrichtet

Schulhaus Auswil

Schulhaus Auswil: Hier werden ab nächstem Schuljahr nur noch die Erst- bis Viertklässler unterrichtet

Am 22. April stimmt die Bevölkerung von Auswil an der Gemeindeversammlung über die neue Organisation der Schule ab. Künftig sollen nur noch die Erst- bis Viertklässler im Dorf zur Schule gehen.

Von Irmgard Bayard

Wie andernorts auch, sinken im oberen Langetental die Kinder- und damit die Schülerzahlen massiv. Aus diesem Grund wurde vor zwei Jahren eine Projektgruppe ins Leben gerufen, in der neun Gemeinden vertreten waren.

Da es sich bald zeigte, dass die Schulfrage im engeren Rahmen behandelt werden muss, entstand daraus eine Arbeitsgruppe der Gemeinden Auswil, Rohrbach und Rohrbachgraben. Diese drei Gemeinden arbeiteten acht verschiedene Varianten für eine künftige Schulorganisation aus.

Die gemeinsame Orientierung der Bevölkerung der betroffenen Gemeinden über den ausführlichen Bericht erfolgte Mitte Oktober. «Hier kam klar zum Ausdruck, dass in den drei Dörfern unterschiedliche Meinungen über die Zukunft der Schule vorherrschen», heisst es in der Botschaft zur Gemeindeversammlung. Die Abgabe von Kindern in die Schule einer anderen Gemeinde sei für die Rohrbacher undenkbar. Eltern aus Auswil reichten ihrerseits ein Manifest für den Erhalt der dorfeigenen Schule ein.

Im Alleingang aktiv geworden

«Somit kamen die meisten Vorschläge gar nicht infrage», hält der Gemeinderat von Auswil fest. «Für die Schulkommission und den Gemeinderat von Auswil gab es nun keine andere Wahl, als im Alleingang aktiv zu werden.»

Das Resultat der gemeindeeigenen Arbeitsgruppe: Künftig werden im Dorf die Erst- bis Viertklässler - es handelt sich um zirka 15 Kinder - unterrichtet. Die Schüler der 5. und 6. Klasse (derzeit acht) werden in die Primarschule Rohrbach geschickt.

Die Begründung liefert der Kanton. Dieser fordert nämlich nachdrücklich die Schliessung einer Klasse, indem er ab Sommer die Lektionenzahlen reduziert. Sowohl für eine Klasse, in welcher sich alle Kinder des 1. bis 6. Schuljahres befinden, wie auch bei einer Weiterführung beider Klassen (1. bis 4. und 5. und 6.) will er nur noch gesamthaft 49 Lektionen bewilligen.

Optimal fördern

Gemäss den Abklärungen der Arbeitsgruppe reiche dies jedoch nicht aus, um die Kinder optimal zu fördern. «Nach dem Abwägen aller Vor- und Nachteile» entschied sich die Gemeinde für die Abgabe der Schüler des 5. und 6. Schuljahres an die Primarschule Rohrbach.

Ein Vertragsentwurf regelt neu neben dem Besuch des Kindergartens (seit jeher in Rohrbach) denjenigen der Primarschule in Rohrbach. Für die beiden Kindergartenjahre muss Auswil jährlich 3100 Franken Schulgeld, für die Primarstufe 4100 Franken entrichten.
Es geht nicht ohne Kündigungen

«Ja, es gibt Kündigungen», bestätigt Gemeindeschreiberin Elisabeth Kuch auf Anfrage. «Ein Hauptlehrer und eine Teilzeitlehrkraft verlieren bei Annahme der Klassenschliessung ihre Stelle.» Die betreffenden Lehrkräfte seien bereits orientiert worden.

Kein Thema sei ein Schülertransport, sagt Kuch. Für den Schulweg seien nach wie vor die Eltern respektive die Schüler selber verantwortlich. Bei Zustimmung durch die Gemeindeversammlung wird die neue Organisation auf das neue Schuljahr 2009/2010 hin umgesetzt.

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