Dies sagte Rudd vor rund tausend Opfern im Parlament in Canberra und erntete starken Applaus. "Wir sind heute zusammengekommen, um die Entschuldigung unserer Nation anzubieten, um ihnen, den 'vergessenen Australiern', und denen, die als Kinder ohne ihre Zustimmung zu unseren Ufern geschickt wurden, zu sagen, dass es uns Leid tut", sagte Rudd.

Der Premier bat die rund 500'000 sogenannten "vergessenen Australier" und deren Angehörige um Verzeihung für die Vergehen der Behörden zwischen den dreissiger und siebziger Jahren. Viele Kinder, oft von britischen Einwanderern, wurden damals aus ihren Familien herausgerissen oder unverheirateten Müttern weggenommen.

In den staatlichen und kirchlichen Einrichtungen wurden sie oft seelisch, körperlich und sexuell missbraucht. Laut einer Studie des Senats aus dem Jahr 2004 litten viele Kinder auch unter Vernachlässigung und Erniedrigungen. Oft wurden ihnen Essen, Bildung und medizinische Versorgung vorenthalten.

Auch der britische Premierminister Gordon Brown will sich Anfang nächsten Jahres dafür entschuldigen, dass sein Land bis 1967 zehntausende Kinder zum Teil ohne Einverständnis ihrer Eltern in frühere Kolonien geschickt hat.