Heidenau

Aussenpolitik auch im Klassenzimmer

Schlussempfang Wettingens: Gemeindeammann Markus Dieth (rechts) verabschiedet vor dem Rathaus Lehrer Uwe Frenzel und die Schüler und Schülerinnen aus Deutschland.

Besuch aus Heidenau an der Kanti Wettingen

Schlussempfang Wettingens: Gemeindeammann Markus Dieth (rechts) verabschiedet vor dem Rathaus Lehrer Uwe Frenzel und die Schüler und Schülerinnen aus Deutschland.

Schüler und Schülerinnen aus dem sächsischen Ort Heidenau besuchten die Kantonsschule Wettingen.

Dieter Minder

«Es sind Schüler der 11. Klasse», sagt Uwe Frenzel, Lehrer am Gymnasium Heidenau bei Dresden. Seit Jahren pflegen dieses Gymnasium und die Kantonsschule Wettingen Kontakte. Jährlich im Frühjahr besuchen rund 20 Kantonsschüler das deutsche Gymnasium und kurz vor den Sommerferien kommen 20 Deutsche nach Wettingen.

«Die Jugendlichen wohnen bei Eltern unserer Schüler», sagt Kanti-Lehrer Gerald Knöss. Er und Kersten betreuen auf Wettinger Seite das Austauschprogramm. Die Jugendlichen lernen dabei nicht nur den Schulbetrieb, sondern auch das Familienleben im jeweils anderen Ort kennen.

«Viel weniger Fahnen»

«Das Wochenende verbringen sie mit ihrer Gastfamilie», sagt Frenzel. Je nach Familienprogramm haben sie die Umgebung ihres Ferienortes erkundet oder grössere Ausflüge unternommen. Am meisten aufgefallen ist Stefanie Uhlig: «In Deutschland hängen viel weniger Fahnen.» Andere Besucher waren in Braunwald und haben sich dort in einem Klettergarten versucht.

«In der Sächsischen Schweiz mit dem Elbsandsteingebirge haben wir auch einige Klettersteige, aber sie sind höchstens 50 Meter hoch.» Abgeschlossen wurde die Woche in der Schweiz mit einem Empfang im Rathaus und einem freien Nachmittag: «Wir müssen noch Schokolade und andere Geschenke für unsere Familien kaufen», sagte ein Besucher.

Dann bestiegen die Schüler den Zug City Nightliner, um am anderen Morgen in Dresden einzutreffen. Sie müssen noch eine Woche zur Schule gehen, dann beginnen auch in Sachsen die grosse Ferien.

Am Gymnasium Heidenau werden rund 600 Schüler unterrichtet. «Wir spüren jetzt die geburtenschwachen Jahrgänge aus der Zeit nach der Wende», sagt Lehrer Uwe Frenzel. Noch kurz nach der Wende wurden an der Schule bis zu 1000 Jugendliche unterrichtet. Kleinere Familien und die Schulreform in den neuen deutschen Bundesländern haben zum Rückgang geführt.

Die Schüler treten nach vier Jahren Grundschule im 5. Schuljahr ins Gymnasium ein. Sie verlassen es, nach dem Abitur, im 12. Schuljahr, um an eine Universität oder ins Berufsleben zu wechseln. Diejenigen, die nicht ans Gymnasium gehen, wechseln im 5. Schuljahr an die Mittelschule. Sie schliessen sie entweder im 9. Schuljahr mit dem Hauptabschluss oder im 10. Schuljahr mit dem Realschulabschluss ab.

Sachsen ist eine Ausnahme

«In Sachsen ist das etwas anders als in den übrigen Bundesländern», sagt Uwe Frenzel. Wie in der Schweiz bei den Kantonen liegt die Schulhoheit in Deutschland bei den Bundesländern.

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