Die Bischofskonferenz steigt in den Abstimmungskampf gegen die Ausschaffungsinitiative und den Gegenvorschlag ein. Martin Werlen, der Abt des Klosters Einsiedeln, findet klare Wort für beide Vorlagen.

Sowohl Initiative als auch Gegenvorschlag atmeten denselben Geist: Die Ausländer werden pauschal als Gefahr, als mögliche Verbrecher und Schmarotzer dargestellt. Eine solche Haltung ist mit dem Evangelium unvereinbar, sagte er in einem Interview mit der «Sonntagszeitung».

Kriminelle Ausländer seien keine Erfindung der Politiker, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem im karitativen Bereich seien täglich damit konfrontiert, meinte Werlen gegenüber der Zeitung. Initiative und Gegenvorschlag seien aber Scheinlösungen und er zweifle, ob die politischen Kreise hinter der Initiative das Problem wirklich lösen wollten.

Für ein Land, in dem das Rote Kreuz gegründet wurde und das immer wieder verschiedene Sprachen und Kulturen integriert habe, stünden die Initiative und die dazugehörige Kampagne völlig quer in der Landschaft.

Weiter meinte Werlen im Interview: «Wenn ein Schweizer bei der Steuer trickst, gilt das als Kavaliersdelikt, wenn ein ausländischer IV-Bezüger ein paar Stunden schwarzarbeitet, soll er ausgeschafft werden. So etwas ist unmenschlich!»