Ausschaffung
Ausschaffungsflüge: Für die Begleitpolizisten kann es gefährlich werden

Letzte Woche starb ein Ausschaffungshäftling auf dem Flughafen Zürich kurz vor dem Abflug nach Nigeria. Aber nicht nur die Situation für die Häftlinge kann gefährlich werden. Sondern auch die Schweizer Begleitpolizisten setzen sich Gefahren aus, wie das Beispiel des letzten Rückschaffungsfluges zeigt.

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Ausschaffungs-Flug am Flughafen Zürich (Archiv)

Ausschaffungs-Flug am Flughafen Zürich (Archiv)

Keystone

Beim letzten durchgeführten Rückschaffungsflug im November nach Nigeria lief nicht alles ganz problemlos ab. Wie gefährlich aber die Situation für die Schweizer Begleitpolizisten wirklich war, zeigen Recherchen der Sendung «Rundschau».

63 Schweizer Polizisten begleiteten die 27 abgewiesenen nigerianischen Asylbewerber auf ihrem Rückflug nach Lagos. Ein Polizist erzählt gegenüber der «Rundschau»: «Bereits zu Beginn gab es einzelne, die haben geschrien und uns bedroht.»

Dann die böse Überraschung: Am Flughafen warteten keine nigerianischen Behörden. Und dies, obwohl die Übergabe vorbereitet war. Die Begleitpolizisten nahmen den Ausschaffungshäftlingen die Fesseln ab. Dann eskaliert die Situation. «Der eine war fast zwei Meter gross und wog über 100 Kilo», berichtet der Polizist.

Die unbewaffneten Schweizer Polizisten flüchteten aus dem Flugzeug. Die Piloten verschanzten sich im Cockpit. Später stiegen die rückgeschafften Nigerianer aus dem Flugzeug, kletterten über den Zaun des Flughafengeländes und verschwanden. (skh)

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