Asyl

Ausschaffungsflüge kosten Bund soviel wie noch nie

Zwangsausschaffung am Flughafen (Symbolbild)

Zwangsausschaffung am Flughafen (Symbolbild)

Die Ausschaffung von abgewiesenen Asylbewerbern per Sonderflug hat den Bund im ersten Halbjahr rund eine Million Franken gekostet. Das Bundesamt für Migration organisiert 16 Flüge und führte so 62 abgewiesene Asylbewerber zurück.

Das zeigen unveröffentlichte Zahlen, die der SonntagsZeitung vorliegen. Im ersten Halbjahr 2012 organisierte das Bundesamt für Migration (BFM) 16 begleitete Flüge und schaffte auf diesem Weg 62 Personen in ihr Heimatland zurück. Dafür musste der Bund tief in die Tasche greifen. Die Ausgaben belaufen sich auf rund eine Million Franken.

Pro ausgeschaffte Person entstanden Kosten von fast 16 000 Franken. Das sind pro Kopf 5000 Franken mehr als im vergangenen Jahr und so viel, wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Bald auch Flüge ab Lugano

Laut BFM-Sprecher Jürg Walpen variiert der finanzielle Aufwand von Jahr zu Jahr. Dieser sei vor allem von der Flugdistanz und der Flugzeuggrösse abhängig. Dazu kämen schwankende Treibstoffkosten.

Das BFM bereitet sich auch auf mehr Ausschaffungen vor. Es hat deshalb grünes Licht für Flüge aus dem Tessin gegeben. Somit können Sonderflüge des Bundes ab sofort auch regelmässig vom Flughafen Lugano-Agno starten.

Dadurch will das BFM die bisherigen Startplätze Bern, Zürich und Genf entlasten. BFM-Sprecher Michael Glauser bestätigt die Massnahme gegenüber der «Sonntagszzeitung»: «Der definitive Entscheid ist bereits im Frühjahr gefallen.» Der Flughafen und die Bodenorganisation in Agno würden die notwendigen Voraussetzungen erfüllen und die Verantwortlichen seien bereit, die Aufgabe zu übernehmen.

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