Schweiz

Ausschaffungen: Balkan-Kriminelle reisen mit Falschnamen wieder ein

Ohnmacht bei der Polizei: Kriminelle reisen mit Falschnamen wieder in die Schweiz ein. (Symbolbild)

Ohnmacht bei der Polizei: Kriminelle reisen mit Falschnamen wieder in die Schweiz ein. (Symbolbild)

Ausgeschaffte Ausländer aus mehreren Balkanländern umgehen das Einreiseverbot: Sie legen sich in ihren Heimatländern eine neue Identität zu - ganz legal. Die Kantonspolizei Zürich schlug intern Alarm.

Mitte März warnte sie in einem Schreiben eindringlich vor Balkan-Kriminellen, die mit Falschnamen in die Schweiz einreisen. Das berichtet die Zeitung «Der Sonntag». «Zur Umgehung eines Einreiseverbots eignen sich vermehrt Personen aus Balkanstaaten eine neue Identität an», hält das Schreiben der Kantonspolizei Zürich fest.

Legale Namensänderung

In Balkanstaaten könnten die Bürger ihren Namen «auf legale Art und Weise, ohne Nennung von Gründen, bei der staatlichen Passbehörde im Heimatstaat ändern lassen». Sieben Balkanländer würden diesen Service anbieten: Serbien, Kosovo, Albanien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Kroatien. Jetzt empfiehlt die Kapo, die Identität von Personen aus diesen Ländern im Zweifelsfall mit einer Fingerabdruck-Überprüfung zu klären.

Das Bundesamt für Migration (BfM) bestätigt die Namensänderungen: «Wir haben Kenntnis von einzelnen Fällen», sagt BfM-Sprecher Michael Glauser. Das Aussendepartement (EDA) erklärt, dass die Schweizer Botschaften in den betreffenden Balkan-Ländern «einzelne eigene Erfahrungen» mit Namensänderung zur Umgehung einer Einreisesperre gemacht, sagte Eda-Sprecher Adrian Sollberger gegenüber der Zeitung «Sonntag» berichtet.

Ohnmacht in Polizeikreisen

Probleme bereitet vor allem Kosovo: «Die Botschaft in Pristina hat verschiedene Problemfälle von Namensänderungen jeweils den zuständigen Stellen in der Schweiz gemeldet», sagt Sollberger. In Polizeikreisen macht sich Ohnmacht breit. «Wenn man einen Ausländer ausschafft, ist er postwendend wieder da - mit einem neuen Namen», sagt Heinz Buttauer, Präsident des Schweizerischen Polizeibeamtenverbands.

«Kürzlich wurde in der Schweiz eine Person aus dem Balkanraum aufgegriffen, die bei der Polizei mit 16 verschiedenen Namen registriert ist.» Die St. Galler Justiz- und Polizeidirekektorin Karin Keller-Sutter fordert eine Intervention der Schweiz in den Balkanstaaten, um diese Praxis zu unterbinden: «Das müsste über den Bund erfolgen und wäre begrüssenswert.»

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