Jamaika

Ausnahmezustand in Kingston soll ausgeweitet werden

Trotz massivem Armee- und Polizeiaufgebot wurde Coke noch nicht gefasst

Trotz massivem Armee- und Polizeiaufgebot wurde Coke noch nicht gefasst

Auch vier Tage nach der Verhängung des Ausnahmezustandes hat die jamaikanische Regierung die Lage in der Hauptstadt Kingston noch nicht im Griff. Premier Bruce Golding erklärte, er erwäge, den Ausnahmezustand auf weitere Stadtteile auszudehnen.

Bisher war es den Sicherheitskräften trotz einer massiven Offensive nicht gelungen, den mutmasslichen Drogenboss Christopher "Dudus" Coke festzunehmen. Die USA verlangen die Auslieferung des Mannes, der sich mit seinen Anhängern im Stadtteil Tivoli Gardens verschanzt hatte.

Nach Angaben von Golding ist die Zahl der Toten beim Kampf um Tivoli Gardens auf 44 gestiegen. Beobachter sagten laut lokalen Zeitungsberichten, ihnen sei der Zutritt zu bestimmten Gebieten in Tivoli Gardens durch die Polizei verwehrt worden. Golding erklärte, dass die Zahl der Toten noch weiter steigen könne.

Armee und Polizei hatten am Montag mit dem Sturm auf Tivoli Gardens begonnen und waren dabei auf den erbitterten Widerstand bewaffneter Söldner und Anhänger Cokes gestossen. 211 Personen wurden gemäss offiziellen Angaben festgenommen.

Coke ist nicht unter ihnen. Der Ausbruch der Gewalt hatte sich Ende der vergangenen Woche an der Entscheid der Regierung entzündet, den gesuchten Drogenboss Coke an die USA auszuliefern.

Premierminister Golding, dem enge Verbindungen zu dem Unternehmer und Drogenhändler nachgesagt werden, hatte auf Druck Washingtons in der Hauptstadt einen für einen Monat geltenden Ausnahmezustand verhängt. Die Touristengebiete im Norden und Westen der Karibikinsel sind von den Unruhen nicht betroffen.

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