"Erfahrungsgemäss ist die Zusammenarbeit mit Polen gut", sagte Folco Galli, Sprecher des Bundesamtes für Justiz, auf Anfrage. Gemäss Übereinkommen muss das Ersuchen schriftlich abgefasst und auf diplomatischem Weg innert 18 Tagen nach Verhaftung des mutmasslichen Täters in Polen eintreffen.

Die Frist ist in begründeten Fällen auf 40 Tage verlängerbar, wie Galli weiter erklärte. Das Auslieferungsverfahren im Ausland richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht. Wie lange das Auslieferungsverfahren schliesslich dauere, sei insbesondere vom Verhalten der inhaftierten Person abhängig. Ergreife diese die möglichen polnischen Rechtsmittel, so verlängere sich das Verfahren.

Die polnischen Behörden rechnen mit einer Dauer von drei bis vier Monaten, wie der polnische Konsul Marek Wieruszewski der Nachrichtenagentur sda erklärte. Auch er verweist auf die noch unbekannt Taktik des Häftlings. Stimme dieser allerdings einer Auslieferung zu, so verkürze sich das Verfahren nur wenig.

Über die Auslieferung entscheidet Bezirksgericht von Szcezcin. Der mutmassliche Mörder, der wegen zwei Vergewaltigungen zu insgesamt 20 Jahren Haft verurteilt worden war, sitzt nun dort im Gefängnis. Der Mann werde derzeit von der Staatsanwaltschaft befragt, sagte deren Sprecherin Malgorzata Wojciechowicz der Nachrichtenagentur afp.