Umzonung

Ausgemusterte Reservoirs

Durch die neue Wasserversorgung werden die Pumpwerke Schmelzi und Burgweg überflüssig. Die Stadt möchte diese Grundstücke der umliegenden Wohnzone zuschlagen. Heute endet dazu das öffentliche Mitwirkungsverfahren.

Daniela Deck

Letzten Sommer hat das neue Pumpwerk am Tunnelportal den Betrieb aufgenommen. Nun haben die Städtischen Werke Grenchen (SWG) bald keine Verwendung mehr für die alten Wasserreservoire und Pumpen. Folglich muss der Boden, auf dem sie stehen, nicht länger in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen ausgesondert werden. Die Grundstücke an der Ecke Schild Hugi-Strasse/Burgweg und an der Ecke Schmelzi/Allmendstrasse sind von Wohnquartieren umgeben. Ausserdem liegen beide Parzellen am Hang, was eine gewerbliche Nutzung unwahrscheinlich macht. Deshalb schlägt die Bau-Planungs- und Umweltkommission (Bapluk) vor, die Parzellen in die Wohnzone 2 (Hanglage) einzugliedern.

Abbruch ist nicht gratis

Gegenwärtig ist das Pumpwerk Burgweg nach Aussage von Roland Käser, Leiter Gas und Wasser bei der SWG, noch in Betrieb. Das Pumpwerk Schmelzi ist bereits still gelegt (wir berichteten). Doch auch durch dieses Grundstück verlaufe eine Verbindungsleitung, die noch gebraucht wird. «Das alles können wir nicht von heute auf morgen abschalten. Schliesslich kann man beim Wasser nicht einfach den Stecker ziehen», veranschaulicht Roland Käser die Situation. Er rechnet mit einem Zeithorizont von zwei bis drei Jahren, bis die Grundstücke überbaut werden können. Vorerst würden jedenfalls die alten Bauten im Boden nicht abgerissen. «Das kostet bloss einen Haufen Geld.» Bevor es so weit kommt, müssen zuerst der Gemeinderat und danach der Regierungsrat der Umzonung zustimmen.

«Es wäre sehr schön, wenn das ‹gruusige Hüttli› und der Stacheldraht verschwinden würden», sagt Nelli-Denise Carazzai auf Anfrage spontan. Sie wohnt oberhalb des Schmelzipumpwerks an der Allmendstrasse. An einer Überbauung hätte sie hingegen weniger Freude. Für ihre Familie liege ein Kauf der benachbarten Parzelle aber nicht drin, bedauert sie.

Eine Interessentin

Beim Pumpwerk Burgweg ginge die Einzonung mit einer höheren Toleranzschwelle für Lärm einher. Dies wegen des nahen ETA-Werks. Der Familie Reist hat diese Infrastruktur der Wasserversorgung bisher die Aussicht gesichert. Nun könnte sich das ändern. Doch Martin Reist, Eigentümer des Hauses am Höhenweg 32, nimmt an, dass die Suppe nicht so heiss gegessen wird. «Die Chance, dass die Stadt dieses Grundstück verkaufen kann, halte ich für relativ klein. Es ist nicht sehr attraktiv und muss über Nachbarparzellen erschlossen werden.» Er habe kein Kaufinteresse, so Reist.

Dennoch gibt es für einen Teil des Grundstücks am Burgweg bereits einen Interessenten. Dabei handelt es sich um die Liag Immobilien AG mit Sitz in Solothurn. Deren Parzelle grenzt westlich ans SWG-Grundstück. Liag Immobilien hat ein Auge auf die Reservoirparzelle geworfen. Firmenvertreter Ernst Wegmüller, Selzach, begründet das so: «Wir wollen unser Land gelegentlich verkaufen, und da wäre die Reservoirparzelle eine sinnvolle Ergänzung. So könnte später alles in einem Schritt erschlossen werden.» Zudem seien dort Verhandlungen über ein Näherbaurecht im Gang.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1