Bildungsausgaben

Ausbildungsbeiträge: So stark unterscheidet sich Belastung für Steuerzahler von Kanton zu Kanton

Obwohl die Anzahl Personen, welche eine nachobligatorische Ausbildung absolvieren, seit 2004 um 28 Prozent gestiegen ist, haben im selben Zeitraum 6 Prozent weniger Auszubildende Unterstützung bezogen. (Symbolbild)

Obwohl die Anzahl Personen, welche eine nachobligatorische Ausbildung absolvieren, seit 2004 um 28 Prozent gestiegen ist, haben im selben Zeitraum 6 Prozent weniger Auszubildende Unterstützung bezogen. (Symbolbild)

364 Millionen Franken - knapp eine Million täglich - haben die Kantone 2018 an Ausbildungsbeiträgen geleistet. Das tönt nach viel, macht aber weniger als ein Prozent der gesamten Bildungsausgaben aus. Mit 7350 Franken im Schnitt kommen Stipendiaten auch nicht weit.

Je nachdem, aus welchem Kanton die Geförderten kommen - 95 Prozent davon sind Stipendiaten, der Rest Darlehensbezüger - müssen sie sich unterschiedlich stark nach der Decke strecken: In Schaffhausen beträgt der durchschnittliche Ausbildungsbeitrag 4702 Franken im Jahr, in der Waadt 10'077 Franken. Der Kanton Waadt ist aber insofern ein Sonderfall, da dort im Rahmen des Projekts FORJAD/FORMAD gezielt Ausbildungsbeiträge anstelle von Sozialhilfe geleistet werden.

Wie die Beitragshöhe unterscheidet sich auch die Belastung für die Steuerzahler von Kanton zu Kanton erheblich, wie die definitiven Zahlen 2018 des Bundesamts für Statistik zeigen: Einwohner der Kantone Zug, Aargau, St. Gallen, Schaffhausen, Luzern und Nidwalden bezahlen pro Person und Jahr im Schnitt zwischen 16 und 25 Franken ins "Ausbildungskässeli". Tiefer in die Tasche greifen müssen Jurassier, Genfer und Waadtländer: Bei ihnen werden 80 bis 92 Franken fällig. Der gesamtschweizerische Durchschnitt beträgt 41 Franken.

Mehr Studenten, weniger Stütze

Obwohl die Anzahl Personen, welche eine nachobligatorische Ausbildung absolvieren, seit 2004 um 28 Prozent gestiegen ist, haben im selben Zeitraum 6 Prozent weniger Auszubildende Unterstützung bezogen, wie das BSF in seiner am Montag erschienenen Publikation "Kantonale Stipendien und Darlehen 2018" schreibt.

Nur 7,5 Prozent der 610'613 Personen in einem nachobligatorischen Bildungsgang - Sek-Stufe II und tertiäre Stufe - haben Ausbildungsstütze erhalten, nämlich knapp 46'000. 72 Prozent waren Schweizer Staatsbürger, die Hälfte der anderen hatte einen Ausweis C.

Ausländer, welche nur der Ausbildung wegen in der Schweiz sind, haben kein Anrecht auf Förderung. 53 Prozent der Bezüger waren Frauen, 47 Prozent Männer, 39 Prozent unter 20 Jahre alt, 38 Prozent zwischen 20 und 24, 17 Prozent zwischen 25 und 29, 6 Prozent 30 und älter.

Der Bund beteiligt sich seit 2008, als der Neue Finanzausgleich NFA in Kraft trat, mit 25 Millionen Franken im Jahr an den Kosten für Ausbildungsförderbeiträge. In den vier Jahren davor waren es je 70 Millionen gewesen. (sda/chm)

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