Nach dem Willen der Kommission für allgemeine Verwaltung (AVW) soll aus der Frau Gemeindeammann eine Gemeindepräsidentin werden, aus dem Gemeindeammann ein Gemeindepräsident. Die Regelung soll auch fürs Vize-Amt gelten.

Der Wechsel der Bezeichnungen ist Teil des 2. Paketes zur Gemeindereform im Kanton Aargau. Die neuen Funktionsbezeichnungen haben in der Kommission aber viel zu reden gegeben, wie Präsidentin Regina Lehmann-Wälchli (SVP) gegenüber a-z.ch erklärt.

Die Meinungen in der Kommission seien dabei weit auseinander gegangen. Die einen wollten die Tradition wahren und plädierten für die Beibehaltung der heutigen Bezeichnungen, die anderen waren für eine zeitgemässe Anpassung. Am Schluss entschied sich Kommission «mit knapper Mehrheit» für die neue Form. Wie viele Mitglieder dafür waren und wie viele dagegen, will Lehmann nicht sagen. Ein Antrag auf Beibehaltung der heutigen Funktionsbezeichnungen Gemeindeammann und Vizeammann wurde abgelehnt.

Nicht mehr modern

«Die Mehrheit der Kommission ist der Ansicht, dass die heutigen Bezeichnungen nicht mehr der Zeit entsprechen», erklärt Kommissionspräsidentin Lehmann-Wälchli. Vor allem die Bezeichnung Frau Gemeindeammann stosse bei vielen auf wenig Gegenliebe. «Diese Bezeichnung ist nicht sehr beliebt». Dazu komme, dass in anderen Kantonen heute die Bezeichnung Präsident üblich sei.

Einige Gemeinden verwenden bereits heute die Funktionsbezeichnung Gemeindepräsident, obwohl laut Kantonsverfassung die offizielle Bezeichnung noch anders lautet.

SVP droht mit Referendum

Auch der Finanzverwalter soll einen neuen Namen bekommen, nämlich Leiter/Leiterin Finanzen. Diese Namensänderung wurde von der Kommission diskussionslos und einstimmig gutgeheissen.

Am 21. September wird der Grosse Rat über den Namenswechsel befinden. In erster Lesung im November 2009 hatte er das Ansinnen bereits einmal gutgeheissen - gegen den erbittertem Widerstand der SVP. Diese drohte bereits damals mit einem Referendum, sollte der Rat der Namensänderung dereinst zustimmen.