Stadtplatz

Aus der Utopie wird Realität

Der grosse Wurf: Bis 2011 entsteht beim Schlieremer Bahnhof eine Grossüberbauung (rötliches Gebäude mit Innenhof) zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Dahinter wird der Stadtplatz realisiert, der bestehende Stadtpark nach Norden erweitert und die Badenerstrasse in einen Bogen um Platz und Park gelegt.

Stadtzentrum

Der grosse Wurf: Bis 2011 entsteht beim Schlieremer Bahnhof eine Grossüberbauung (rötliches Gebäude mit Innenhof) zum Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Dahinter wird der Stadtplatz realisiert, der bestehende Stadtpark nach Norden erweitert und die Badenerstrasse in einen Bogen um Platz und Park gelegt.

Bis 2011 entsteht im Zentrum ein Stadtplatz und eine Überbauung mit Geschäften und 99 Wohnungen. Der Stadtpark wird erweitert, der Stadtkern fussgängerfreundlich.

Jürg Krebs

Am Anfang stand der Schock. Der Schlieremer Stadtrat präsentierte im Oktober 2002 quasi aus dem Nichts heraus Ideen für ein neues attraktives und urbanes Stadtzentrum. Vielen Gemeindepolitikern stockte der Atem als sie sahen, worum es ging.

Für das verkehrsgeplagte Schlieren wurde nämlich das Undenkbare gedacht: Der von Auto, Bus und Bahn dominierte Stadtkern könnte zu einer von Fussgängern geprägten Zone aufgewertet, die Verkehrsachse Zürcher-Badenerstrasse zu einer normalen Strasse reduziert werden. Alte Gebäude und Brachen könnten modernen Häusern weichen.

Dargelegt wurde eine Kombination von Stadtentwicklung, Verkehrsplanung und Freiraumgestaltung. In ersten Reaktionen wurden die Ideen bewundernd als «mutig», gar «tabulos» gewertet - aber auch als «reine Utopie» verworfen.

Drei Häuser müssen weichen

Aus der Utopie wird nun Realität. Bis 2011 wird die zentrale Verkehrsachse verkleinert und in einem Bogen um einen neuen Stadtplatz und den erweiterten Stadtpark gelegt. Nördlich davon entsteht für 80 Millionen Franken auf einem 7300 Quadratmeter grossen Areal eine sechsgeschossige Grossüberbauung mit 99 Wohnungen und 4000 Quadratmetern Verkaufs- und Gewerbefläche.

Ankermieter im Erdgeschoss wird auf 1200 Quadratmetern die Migros. Dem Neubau werden noch zwei Gebäude an der Bahnhofstrasse und die alte Post an der Güterstrasse weichen.

Durchbruch gelungen

Der Schlieremer Stadtrat und die Firma Halter haben sich 2003 vertraglich auf ein gemeinsames Vorgehen in der Zentrumsfrage geeinigt. Zuletzt hatten aber Rekurse die Vollendung des Projekts gefährdet.

Nun ist der entscheidende Durchbruch gelungen. Wie die Firma Halter gestern mitteilte, konnte sie sich mit den letzten beiden Rekurrenten einigen. Damit wird die Baubewilligung für das Zentrumsprojekt rechtskräftig.

Laut Firmensprecher Lukas Widmer wird noch in diesem Sommer mit der Realisierung gestartet. Als Investoren beteiligen sich die Luzerner Pensionskasse und die Schlieremer Firma J.F. Jost & Co. Damit ist nicht nur Halter am Ziel, sondern auch der Stadtrat. Stadtpräsident Peter Voser freut sich: «Schlieren erhält ein attraktives Zentrum.»

Landtausch vollzogen

Mit der Rechtskraft der Baubewilligung wird gleichzeitig der zwischen der Stadt und der Halter-Tochter Fincasa vereinbarte Landtausch vollzogen, wie Peter Voser bestätigt. 2006 hatten die beiden Parteien (sie teilen sich seit 2002 die verstückelten Zentrumsparzellen) ausgemacht, dass die Stadt jene Grundstücke übernimmt, die für die Gestaltung des öffentlichen Raums von Bedeutung sind und die Fincasa jene, die Halter für die Grossüberbauung braucht.

Ungeachtet der Rekurse hat die Veränderung des Zentrums bereits eingesetzt. Auf Drängen des Stadtrats hin ist das Zürcher Tiefbauamt dabei, die Kantonsstrasse zu redimensionieren. Als erste Etappe wird die Strecke zwischen der Grenze zur Stadt Zürich und dem Liliezentrum verengt und mit einer separaten Busspur versehen.

Der Neubau der Badenerstrasse um den Stadtplatz herum soll 2010 beginnen, so Peter Voser. Weil der Kanton Zürich der Stadt Schlieren in diesem Zusammenhang Land verkaufen wird, kommt das Vorhaben noch ins Stadtparlament.

Bereits jetzt wird deutlich: Der vom Schlieremer Stadtrat 2002 an den Tag gelegte Mut, einen neuen Weg einzuschlagen, hat sich ausbezahlt. Die Stadt erhält ein neues Gesicht.

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