Gerichtsurteil

Aufruhr im Waadtland: Oberster Politiker (SVP) wegen häuslicher Gewalt verurteilt

Yves Ravenel (SVP), Parlamentspräsident des Kantons Waadt, hatte vergangenen Herbst auch für die Nationalrat kandidiert.

Yves Ravenel (SVP), Parlamentspräsident des Kantons Waadt, hatte vergangenen Herbst auch für die Nationalrat kandidiert.

SVP-Politiker Yves Ravenel, seinerseits der oberste Politiker im Kanton, wurde von einem Gericht wegen häuslicher Gewalt verurteilt. Die Mitglieder des Parlaments waren über den Justizfall nicht informiert.

Yves Ravenel muss um seine politische Zukunft bangen. Der SVP-Politiker und Präsident des Waadtländler Parlaments, ist wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden, wie «20 minutes» berichtet. Laut Informationen der Zeitung hatte die Ravenels Ehefrau im Januar 2019 – sechs Monate vor seiner Wahl zum Parlamentspräsidenten – eine Klage wegen häuslicher Gewalt eingereicht. Es soll auch zu wiederholten Drohungen gekommen sein.

Im August verurteilte ein Strafgericht Ravenel unter anderem zu einer Geldbusse von 80 Franken à 60 Tage und einer weiteren Busse in der Höhe von 960 Franken mit einer Bewährungsfrist von zwei Jahren. Ravenel wehrte sich in der Folge gegen das Verdikt. Der öffentlich zugängliche Prozess war darauf auf den 23. Januar vor einem Gericht in Nyon angesetzt.

Am Montag dann die Kehrtwende: Ravenel zog seine Beschwerde zurück. Die Anhörung in Nyon findet somit nicht statt und die Strafverfügung tritt in Kraft. Auf Anfrage von «20 minutes» wollte Ravenels Ehefrau keine Auskunft geben – «aus Angst vor Repressalien».

Anwalt spricht von «bedauerlichem Vorfall»

Ravenels Anwalt, Me Alain Thévenaz, spielt den Fall herunter und spricht von einem «bedauerlichen Vorfall» im Zuge eines Scheidungsverfahrens. Sein Klient hätte nach seinen Angaben Lampen im Garten der Villa zerbrochen, die der Politiker seiner Frau, von der er getrennt sei, zur Verfügung gestellt hatte. Ravenel habe sich entschieden, seine Beschwerde zurückzuziehen um den schmerzhaften Prozess für seine Familie nicht zu verlängern.

Wie die Zeitung berichtet, war keines der zahlreich kontaktieren Parlamentsmitglieder über den Fall informiert. «Ich bin fassungslos. Dieser Fall wird unweigerlich Auswirkungen auf die Arbeit des Parlaments haben», sagt der Grüne Vassilis Venizelos.

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