Auf leisen Sohlen durch die Altstadt

Die Fahrzeuge des Busbetriebes Aarau fahren            vielleicht bald abgasfrei und geräuscharm durch die Altstadt.	(Bild: Toni Widmer)

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Die Fahrzeuge des Busbetriebes Aarau fahren vielleicht bald abgasfrei und geräuscharm durch die Altstadt. (Bild: Toni Widmer)

Keine Abgase und kein Lärm – der Traum von einer Altstadt. Aarau rückt diesem Ziel ein Stück näher. Der Busbetrieb hat ein erstes Hybridfahrzeug bestellt. Wenn sich dieses bewährt, könnte bald ein Teil der Flotte schadstoffarm und leise durch die Gassen rollen.

Toni Widmer

Der erste Volvo- Hybridbus, welcher ab Herbst 2010 für den Busbetrieb Aarau im Einsatz stehen wird, fährt bis auf eine Geschwindigkeit von 20 km/h ausschliesslich mit Elektroantrieb: «Diesen Bus wird man in der Altstadt nicht riechen und kaum hören. Die Abrollgeräusche auf dem geplanten neuen Kopfsteinpflaster werden vermutlich für deutlich mehr Lärm sorgen als die Antriebseinheit», schmunzelt Mathias Grünenfelder, der Direktor von AAR bus + bahn überzeugt. Dennoch lässt er es offen, ob der Busbetrieb Aarau bei der nächsten Ersatzbeschaffung im Jahr 2012 einen Teil der Flotte auf Hybridantrieb umstellt.

Für Grünenfelder ist die Umstellung auf alternative Antriebe nicht primär eine Gewissensfrage: «Wir versuchen laufend, die Attraktivität des Öffentlichen Verkehrs zu steigern und damit so viele Pendler wie irgend möglich zum Umsteigen zu bewegen. Damit leisten wir bereits einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz. Es liegt daneben aber selbstverständlich in unserem Interesse, die Ökologie unserer Fahrzeuge weiter zu verbessern. Solche Massnahmen müssen jedoch auch ökonomisch vertretbar sein.»

Die Voraussetzungen dafür, dass der gewünschte ökonomisch-ökologische Einklang mit dem bestellten Volvo-Hybrid-Bus erreicht werden kann, sind gut. Die durchschnittliche Beförderungsgeschwindigkeit auf dem Aarauer Busnetz liegt bei 16 km/h. Der tiefe Wert beruht auf den vielen Stop and Go, einer idealen Voraussetzung für den Hybridantrieb. «Der Hybridantrieb bringt auf Überlandfahrten erfahrungsgemäss relativ wenig. Im Stadtverkehr hingegen hoffen wir auf eine so hohe Effizienz, dass wir mit dem eingesparten Treibstoff die zwischen 20 bis 25 Prozent liegenden Mehrkosten für den Hybridantrieb kompensieren können», erklärt Mathias Grünenfelder.

Prototyp wird getestet

Die Erwartungen, sagt der AAR bus + bahn-Direktor, beruhten vorerst auf dem Prinzip Hoffnung und müssten sich im ausführlichen Testbetrieb erst noch bestätigen. Der Test erfolgt im Hinblick auf die Ersatzbeschaffung von 12 Normalbussen, die 2012 nach 15 Jahren Dienst aus dem Verkehr genommen werden. Weil für diese Ersatzbeschaffung eine öffentliche Ausschreibung zwingend ist, sollen die Grundlagen dafür unter realen Einsatzbedingungen erarbeitet werden: «Nach dem Testbetrieb wissen wir, ob sich der gewählte Hybridantrieb für unseren Busbetrieb eignet und welche Optimierungen allenfalls nötig sind», erläutert Grüninger.

Ausführlich und seriös evauliert worden ist laut Grünenfelder schon vor der Anschaffung des Testfahrzeuges: «Die Entwickslung des Hybridantrieb für Busse steckt noch in den Kinderschuhen. Es gibt zwar verschiedene Prototypen, aber noch kaum serienreife Modelle. Das Konzept von Volvo hat uns am stärksten beeindruckt. Die spezielle Antriebstechnik bringt kaum Mehrgewicht gegenüber herkömmlichen Bussen und der Aktionsradius ist sehr gross. Dazu ist der Dieselmotor sehr geräuscharm und in der Stadt können wir praktisch ausschliesslich mit Elektroantrieb fahren.»
Zu sehen ist ein Prototyp des bestellten Hybridbusses in Gränichen, am Tag der offenen Tür von AAR bus + bahn vom Samstag, 16. Mai (siehe separaten Hinweis).

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