Betroffenheit und Wut der Initiativgegner entluden sich bereits kurz nach Bekanntwerden des Abstimmungsausgangs. Manch einer drohte auf Facebook mit einem Wegzug ins Ausland. "Traurig", "beschämend" - mit diesen Schlagworten wurde das denkbar knappe Abstimmungsresultat kommentiert.

Jene, die den Entscheid als Akt purer Fremdenfeindlichkeit interpretierten, entschuldigten sich bei ihren ausländischen Freunden gar für die "rassistische" Hälfte der Schweizer Bevölkerung.

Wie bei Minarettinitiative

Am Montag formierte sich eine Facebook-Gruppe mit dem Namen "Ich schäme mich für das Resultat der Masseneinwanderungsinitiative" - wie bereits nach den Abstimmungen über die Minarett- und die Ausschaffungsinitiative.

Dies wiederum rief jene auf den Plan, die sich für eine Begrenzung der Zuwanderung ausgesprochen hatten. "Ich schäme mich NICHT für das Resultat der Masseinwanderungsinitiative", so der Titel einer Facebook-Gruppe, die sich am Dienstag bildete. Auch aus diesen Kreisen hatte es nach den letzten Abstimmungssiegen der SVP gleich getönt.

Stützt man sich auf die Anzahl "Likes" - die massgebliche Währung auf Facebook - stossen die Befürworter der Initiative derzeit auf mehr Zustimmung.

Die gespaltene Schweiz

Einen etwas kreativeren Ansatz verfolgt die Facebook-Gruppe "The Other Half" - obwohl auch hier die Gräben noch vertieft statt zugeschüttet werden. "Wir sind die andere Hälfte", heisst es da. Jene Hälfte, die sich ein Land wünsche, das offen, grosszügig und kreativ sei.

Auf ihrer Website sammelt die Gruppe Darstellungen, welche die gespaltene Schweiz illustrieren. Zu sehen ist etwa ein Schweizerkreuz ohne Längsarm, das damit zu einem Stoppschild wird.