Im Rahmen der Mediation zu Nutzung und Schutz des Rietheimer Feldes haben sich am Donnerstag Vertreter des Gemeinderates von Rietheim, von Pro Natura, von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau sowie der am direktesten betroffene Landwirt mit den beiden Mediatoren zu Gesprä-chen über das geplante Auenprojekt getroffen.

Grundsätzlich gehe es darum, innerhalb der demokratisch festgelegten Rahmenbedingungen den Spielraum für die Realisierung einer Aue bestmöglich zu optimieren, schreibt Maurus Büsser, Vertreter des Kantons und einer der beiden Mediatoren in einer Pressemitteilung. Der zuständige Regierungsrat Peter C. Beyeler habe dazu die Erwartung geäussert, dass die Realisierung einer Aue im Gebiet Rietheim gemäss Richtplanbeschluss umgesetzt werden solle. «Dabei soll die auentypische Gewässerdynamik gewährleistet sein. Ebenfalls gewährleistet bleiben muss aber die Hochwassersicherheit im heutigen Rahmen», schreibt Büsser.

Nach Möglichkeit sei bei der Realisierung der Aue sogar eine Verbesserung des Hochwasserschutzes anzustreben. Spielraum gebe es auch beim genauen Verlauf und bei der Breite der Gewässer, beim Wegnetz und bei weiteren Nutzungen. Dieser Spielraum solle in der Mediation optimal genutzt werden, um die vielfältigen Interessen im Gebiet der geplanten Aue bestmöglichst zu berücksichtigen.

Unberechenbares Risiko

Der am direktesten betroffene Landwirt Raphael Waltenspül möchte vorläufig an den weiteren Mediationsgesprächen nicht mehr teilnehmen. Er schätzt das Hochwasserrisiko infolge des geplanten Auenprojektes als unberechenbar ein und möchte sich deshalb grundsätzlich gegen jegliche Form einer Auenlandschaft zur Wehr setzen.

Die Behörde von Rietheim will weiterhin im Rahmen der Mediation über das Auenprojekt mitreden, fühlt sich gegenüber ihrer Bevölkerung aber verpflichtet, das Hochwasserrisiko seriös abzuklären. Es wurde beschlossen, zusammen mit dem Kanton den Auftrag für ein externes Gutachten zu formulieren, im welchem die Beeinflussung der Hochwassersituation bei Realisierung einer Aue vertieft abgeklärt werden soll. Nach Vorliegen der Resultate sollen diese im Laufe des kommenden Winters zusammen mit ersten Vorschlägen zur geplanten Auenlandschaft der Bevölkerung von Rietheim präsentiert und mit ihr diskutiert werden. Ebenfalls sollen zusätzliche Betroffene in die Gespräche zur Lösungssuche mit einbezogen werden. (az)