Affäre Gaddafi

Auch Libyen benennt Vertreter ins Schiedsgericht

Libyen ernennt Schiedsrichter (Archiv)

Libyen ernennt Schiedsrichter (Archiv)

Libyen hat den Anwalt Saad Jabbar in das Schiedsgericht berufen, das die Affäre um Hannibal Gaddafi klären soll. Laut einer Mitteilung auf der Homepage des libyschen Aussenministeriums gab ein Beamter des Aussenministeriums in Tripolis dies bekannt.

Saad Jabbar ist Brite mit nordafrikanischen Wurzeln. Er hat bereits die libysche Regierung in der Affäre um das Lockerbie-Attentat von 1988 beraten. Jabbar wollte gegenüber der Nachrichtenagentur SDA keinen Kommentar abgeben.

Laut dem Abkommen, das Bundespräsident Hans-Rudolf Merz am 20. August mit der libyschen Regierung vereinbart hatte, benennen beide Staaten innerhalb von zehn Tagen je eine ausländische Persönlichkeit in das Schiedsgericht. In Libyen hat man sich offenbar wegen der Feiern zum 40. Jahrestag der Gaddafi-Revolution etwas mehr Zeit für die Ernennung genommen.

Die Schweiz hatte schon letzte Woche die britische Staatsrechtlerin Elizabeth Wilmshurst zur Richterin in das Schiedsgericht berufen, das in London arbeiten soll.

Wilmshurst hatte 2003 ihr Amt als Rechtsberaterin der Regierung von Premier Tony Blair aus Protest gegen den Irakkrieg niedergelegt und die Invasion als "Verbrechen" und illegalen Akt der Aggression bezeichnet. In Libyen wurde ihre Ernennung laut Experten positiv aufgenommen.

Die beiden Richter müssen nun innerhalb von 30 Tagen ab Unterzeichnung des Abkommens eine dritte Persönlichkeit als Vorsitzenden des in London tagenden Tribunals auswählen. Innerhalb von 60 Tagen ab Arbeitsbeginn sollte das Schiedsgericht zu einem Urteil kommen. Die Schweiz und Libyen teilen sich die Kosten des Tribunals.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1