Kronprinz

Auch Kronprinz Haakon ist am WEF dabei

Haakon von Norwegen zog es bereits als Kind ferienhalber in die Schweiz. Doch diesmal ist Skifahren für den norwegischen Kronprinzen nicht angesagt. Er vertritt am Weltwirtschaftsforum 2010 in Davos die Young Global Leaders.

Martin Rupf

Die Assistentin von Kronprinz Haakon von Norwegen will das Gespräch schon nach weniger als drei Minuten wieder beenden. Die Unterhaltung dauert dann doch etwas länger, weil sich der 36-jährige Kronprinz gekonnt über die Weisungen hinwegsetzt.

Sehr geehrter Herr Kronprinz Haakon von Norwegen, Sie sind der zukünftige, 63. König von Norwegen. Ist die Monarchie heutzutage nicht ein bisschen altmodisch?
Kronprinz Haakon: Das denke ich nicht. Wir haben eine wichtige repräsentative Aufgabe und vertreten Norwegen auch nach aussen im Ausland. Letztes Jahr war ich zum Beispiel in Mexiko und in etwa zwei Wochen reise ich nach Kasachstan.

Nun sind Sie in der Schweiz. Mit welcher Mission sind Sie nach Davos gereist ?
Haakon: Ich vertrete die Young Global Leaders, die sich aus unter 40-jährigen Führungskräften der ganzen Welt zusammensetzen.

Was genau tun Sie diese Woche in Davos?
Haakon: WEF-Gründer Klaus Schwab hat mich gebeten, Ideen und Vorschläge der Young Global Leaders in seine vor einem Jahr lancierte Global Redesign Initiative einzubringen.

Konkret?
Haakon: Wir haben Projekte am Laufen, wie etwa das Programm zur Entwurmung. Wir wollen Kinder in Entwicklungsländern davor schützen, dass sie Parasitenwürmer bekommen. Dieses Jahr erreichen wir damit 12 Millionen Kinder.

Es existieren auch Finanzierungspläne?
Haakon: Richtig. Es gibt zwar in der Entwicklungshilfe das Mikrofinanzsystem, das kleinen Unternehmen Kredite zur Verfügung stellt. Es gibt aber viele Geschäfte, die für Mikrofinanz zu gross, für die Banken aber zu klein sind. Diese Lücke wollen wir mit einem Fonds schliessen. All diese Ideen bringe ich diese Woche in mehreren Diskussionsrunden ein.

Das tönt nach einem dichten Programm. Können Sie die Bergwelt rund um Davos überhaupt geniessen?
Haakon: Mein Lieblingssport ist Skifahren, doch leider komme ich diese Woche nicht dazu. Als Kind fuhr ich in Davos Ski, es ist ein fantastisches Skigebiet.

Fahren Sie so gut Ski wie Ihr Landsmann, Weltcupsieger Aksel Svindal ?
Haakon: (lacht) Nein, ganz so gut wie Svindal bin ich nicht, ich wünschte, ich wäre es.

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