Roman Huber

Um den historischen Bahnhof Baden und die geplanten baulichen Eingriffe (AZ vom 6. 8.) ist eine Diskussion entbrannt, und das ist gut so. Irritiert zeigt man sich darüber bei den SBB, legt deren Sprecher Roman Marti dar. «Wir nehmen die Verantwortung für unser historisches Erbe wahr. Deshalb begleitet unsere Fachstelle für Denkmalschutz die Planung», sagt Marti.

Ein attraktiver Bahnhof

Die SBB haben laut Marti in den revidierten Plänen die Einsprachen berücksichtigt. «So sind neu stirnseitig nur noch einflüglige Türen und ein verkleinerter Zweckbau am Ende des Perrons vorgesehen», erklärt Marti. Und weiter: «Unsere Kundinnen und Kunden wünschen sich kein Museum, sondern einen lebendigen Bahnhof, der, ohne historischen Charme einzubüssen, mit einem attraktiven Dienstleistungsangebot aufwartet.»

Auch Stadtammann Stephan Attiger begrüsst es, wenn das Bahnhofgebäude belebt würde. Er verweist jedoch auf den ganzen Bahnhofbereich, wo derzeit mit Velounterständen, Personenunterführung, Gestaltung usw. mehrere Themen offen seien. «Wir müssen uns mit den verantwortlichen Personen der SBB bald an einen Tisch setzen und im Sinne einer Gesamtansicht nach Lösungen suchen», sagt der Stadtammann.

Attiger könnte sich vorstellen, dass die Stadt das Bahnhofgebäude übernimmt. «Diese Chance haben wir in Dättwil und in der Oberstadt verpasst», sagt er. Dort gehe es aber primär um den Zugang zum Nationalbahntrassee, das spätestens mit dem Ausbau der Heitersberglinie ein Thema werde. Beim alten Bahnhof läge der Fall anders: «Dieser soll belebt werden, und da gehört eine Art Bistro dazu.» Ob der Bahnhof den SBB oder der Stadt gehöre, sei dann sekundär, sagt Attiger. Ein Umzug des Tourismusbüros Info Baden in den Bahnhof wurde bereits einmal thematisiert. Nun wird die RVBW AG ein Verkaufsbüro im Bahnhof beziehen.

Zurzeit wartet die Stadt auf die neuen Pläne. Laut Stadtrat Kurt Wiederkehr darf man nicht apodiktisch sein punkto Denkmalschutz. Doch die SBB können ihre Gepäckaufgabe auch nicht auf den Perron stellen.