Massen-Gentest
Auch ein Jahr nach der brutalen Vergewaltigung in Emmen läuft der Täter noch frei herum – ist er im Ausland?

Trotz Massen-Gentest und Überprüfung tausender Handynutzer ist ein Jahr nach der Tat weiter unklar, wer bei Emmen LU im Juli 2015 eine 26-Jährige vergewaltigt und schwer verletzt hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter und will neue Ermittlungsansätze prüfen.

Merken
Drucken
Teilen
Am Dammweg in Emmen wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jährige Frau von einem Unbekannten vom Velo gerissen und im nahen Wald vergewaltigt (Symbolbild).

Am Dammweg in Emmen wurde am 21. Juli 2015 eine 26-jährige Frau von einem Unbekannten vom Velo gerissen und im nahen Wald vergewaltigt (Symbolbild).

KEYSTONE/ALEXANDRA WEY

Bisher wurden knapp 10'000 Personendaten überprüft, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Der Täter konnte bislang allerdings nicht ausfindig gemacht werden.

Insgesamt wurden 371 Männer zu einem Massen-DNS-Test aufgeboten. Sechs Personen hätten noch nicht geprüft werden können, weil sie sich im Ausland aufhalten, heisst es in der Mitteilung. Die Luzerner Behörden stellten im Ausland entsprechende Rechtshilfeersuchen.

Die Staatsanwaltschaft gibt zurzeit nicht bekannt, welche Länder betroffen sind. Damit sollen die Ermittlungen nicht gefährdet werden, wie ein Sprecher der Behörde auf Anfrage sagte.

Personen im Ausland im Visier

Weiter erhob die Polizei tausende Handynummern, die zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts aktiv waren. 1863 Handydaten wurden genauer unter die Lupe genommen. 32 Personen mussten ebenfalls zu einem DNS-Test antreten. Auch diese Arbeit verlief bisher ohne Treffer. Drei Personen wurden allerdings noch nicht kontrolliert.

Bei den Personen, die noch überprüft werden sollen, handelt es sich laut Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft um Ausländer. Diese würden sich derzeit im Ausland aufhalten oder in den Ferien weilen. Die Nationalitäten gab der Sprecher ebenfalls nicht bekannt.

Die Staatsanwaltschaft hält in ihrer Mitteilung fest, dass laufend neue Ermittlungsansätze geprüft würden. Details hierzu will sie nicht verraten.

Opfer gelähmt

Ein Unbekannter hatte am 21. Juli 2015 bei Emmen an der Reuss eine 26-jährige Frau vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt. Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine waren laut Behörden nach der Tat gelähmt. Über den aktuellen Gesundheitszustand des Opfers ist nichts bekannt.

Die Ermittler konnten unter anderem an den Kleidern des Opfers die mutmassliche DNS des Täters sicherstellen. Gemäss der vagen Beschreibung des Opfers ist der Gesuchte ein 19 bis 25 Jahre alter Raucher mit dunklem, gekrausten Haar.

Der Fall löste eine der aufwändigsten Ermittlungsaktionen im Kanton Luzern aus. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, wurde eine Belohnung von 10'000 Franken ausgesetzt.