5,3 Millionen Impfdosen sind nämlich noch gar nicht geliefert worden. Müsste der Bund diese vertragsgemäss entgegennehmen und bezahlen, würde er Dutzende Millionen Franken buchstäblich in den Sand setzen. Die Hersteller zeigen sich jedoch kulant.

Eine Änderung des Vertrags mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sei in Diskussion, sagte Urs Kientsch, Sprecher von GlaxoSmithKline (GSK), auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Es bestünden keine grundsätzlichen Differenzen mehr, eine Vereinbarung sei aber noch nicht unterzeichnet worden. Details gab Kientsch nicht bekannt.

Die Situation habe sich grundlegend verändert, seit die Regierungen den Impfstoff bestellten, stellte Kientsch fest. Statt wie zunächst angenommen seien nicht zwei Impfungen notwendig, sondern nur eine. "Damit hat der Bund mehr Impfstoff an Lager als nötig."

GlaxoSmithKline liefert den H1N1-Impfstoff Pandemrix. Die Impfstoffe Celtura und Focetria stammen von Novartis. Alle von der Schweiz bestellten Impfdosen seien bereits ausgeliefert worden. Die Frage einer Stornierung stelle sich deshalb nicht, teilte Novartis-Sprecher Satoshi Sugimoto mit.

Auch andere Länder wie etwa Deutschland und Frankreich sind inzwischen mit den Herstellern übereingekommen, dass sie nicht alle bestellten Impfungen entgegennehmen und bezahlen müssen.

Beim BAG war bisher nur die Rede davon, 4,5 Millionen überschüssiger Impfungen - mit Verlust - zu verkaufen oder zu verschenken. Wie weit diese Verhandlungen gediehen sind, gab das BAG bisher nicht bekannt.

Insgesamt hat die Schweiz für 84 Millionen Franken 13 Millionen Dosen H1N1-Impfungen bestellt. 3 Millionen davon wurden an die Kantone abgegeben.