Fall Carlos
Auch Carlos' Boxlehrer ist ein vorbestrafter Schläger

Nicht nur der jugendliche Straftäter Carlos hat so einiges auf dem Kerbholz. Auch der Trainer seiner staatlich finanzierten Thaiboxschule ist vor dem Gesetz kein unbeschriebenes Blatt. Er wurde im Februar wegen Körperverletzung und Drohung verurteilt

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Der mehrfache Weltmeister im Thaiboxen, Shemsi B., hat zu Beginn dieses Jahres gemeinsam mit seinem Bruder in Basel einen jungen Türken attackiert, wie Recherchen von TeleZüri zeigen.

Sie setzten ihr Opfer zunächst mit Pfefferspray ausser Gefecht. Der Thaiboxer schlug ihm danach mit der Faust ins Gesicht. Als der junge Mann schliesslich am Boden lag, traten die Brüder noch mit Füssen nach.

Dass ausgerechnet ein verurteilter Gewaltstraftäter den gewaltätigen Carlos trainiert, kommt bei der Zürcher SVP schlecht an. «Das ist hinausgeworfenes Geld. Man muss das stoppen», findet Fraktionschef Jürg Trachsel. «Man kann doch nicht Kriminelle mit Kriminellen wieder zurück auf den Zivilweg bringen.»

Justizdirektion wusste von nichts

Die Zürcher Justizdirektion, welche für die Betreuung von Carlos zuständig ist, will nichts von den Vorstrafen des Boxlehrers gewusst haben.

Die Betreuungsmassnahmen für den straffälligen 17-Jährigen sorgen schweizweit für Empörung.

In der SRF-Sendung «Reporter» wurde vorgerechnet, dass sich die Kosten dafür monatlich auf weit über 20000 Franken belaufen. Zu den Massnahmen gehören neben dem Kampfsporttraining auch eine 4,5-Zimmer-Wohnung und eine private Betreuerin.

Für ein Opfer von Carlos, A. Y., ist der Gratis-Boxunterricht für den 17-jährigen Carlos ein Schlag ins Gesicht. Er wurde vor zwei Jahren vom Jugendlichen mit dem Messer niedergestochen. Seither plagen ihn gesundheitliche Probleme. «Mit meinen Steuern bezahle ich für meinen Täter Thaiboxunterricht, damit dieser noch besser wird», so der 20-Jährige gegenüber TeleZüri.

Weder Carlos noch sein Boxtrainer wollten gegenüber dem Sender Stellung zu den Vorwürfen nehmen.

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