Gesundheitswesen

Attestausbildung: Aargau erleichtert Zugang zu Gesundheitsberufen

Junge Frau kümmert sich um eine kranke Frau (Symbolbild)

Junge Frau kümmert sich um eine kranke Frau (Symbolbild)

Als erster Kanton führt der Aargau 2010 für schwächere Schüler eine zweijährige Attestausbildung im Gesundheits- und Sozialbereich ein. Diese Ausbildung soll nach einem Plan des Bundes mithelfen, einen Fachkräftemangel im Schweizer Gesundheitswesen zu verhindern.

Das Angebot ermögliche Jugendlichen mit einem kleinen Rucksack nach der obligatorischen Schulzeit einen Beruf im Gesundheits- und Sozialwesen. Dies sagte die Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli vor den Medien in Aarau.

Mindestens 50 Schulabgänger sollen 2010 mit der Ausbildung starten. Sie erhielten die Möglichkeit, in die von einem massiven Personalmangel bedrohte Gesundheitsbranche einzusteigen, betonte die Vorsteherin des Departementes Gesundheit und Soziales (DGS).

Die Attestausbildung löse die bestehende einjährige Ausbildung zum Pflegeassistenten ab, sagte Alex Hürzeler, Vorsteher des Departementes Bildung, Kultur und Sport (BKS). Die neue Ausbildung "Gesundheit und Betreuung" steigere die Attraktivität des Berufes.

Auf die Grundausbildung mit eidgenössischem Berufsattest hatte sich die 5. Nationale Lehrstellenkonferenz im Oktober geeinigt. Unter der Leitung von Bundesrätin Doris Leuthard beschlossen Vertreter des Bundes, der Kantone sowie der Gewerkschaften und Arbeitgeber Massnahmen für die Nachwuchsförderung.

Im Gesundheitswesen besteht ein Mangel an Fachpersonal, und es gibt zu wenig Lehrstellen. Bis zum Jahr 2030 werden gemäss Prognosen rund 120'000 Fachleute fehlen. Derzeit ist ein Drittel der Mitarbeitenden in Spitälern ausländischer Nationalität.

Mit der Attestausbildung soll der Aargau als Pilotkanton Erfahrungen für eine gesamtschweizerische Einführung der beruflichen Grundausbildung sammeln. Die Kantone Basel-Land und Bern wollen 2011 entsprechende Projekte starten.

Die Kantone planen zudem, den Druck auf die öffentlichen und privaten Spitäler sowie auf die Heime zu erhöhen. Sie sollen mehr Ausbildungsplätze anbieten.

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