Todesfall

«Atompapst» Michael Kohn (†92) verstorben – er war der Mann hinter dem AKW Kaiseraugst

"Energiepapst" Michael Kohn mit Annamarie Jezler vom PSI am Apero vor der Verleihung des AZ Kulturpreises an Franz Hohler, am 18.9.2002.

"Energiepapst" Michael Kohn mit Annamarie Jezler vom PSI am Apero vor der Verleihung des AZ Kulturpreises an Franz Hohler, am 18.9.2002.

Michael Kohn, Initiant des nie realisierten Atomkraftwerks Kaiseraugst, ist im Alter von 92 Jahren verstorben, wie «Blick» meldet.

Es war der populäre SP-Bundesrat Willi Ritschard, der eine neue «Gesamtenergiekonzeption» verlangte. Und diese liess er von einer Kommission ausarbeiten, die von einem Mann der Wirtschaft geleitet wurde: Michael Kohn, später bekannt als «Energiepapst» oder auch als «Atompapst». Der Ingenieur war für Motor Columbus und Atel (heute Alpiq) tätig. Die Kohn-Kommission spurte die neue Energiepolitik vor, die zum heutigen Energiemix führte: Der Bund setzte auf verschiedene Energieträger, und so wurde – unter einem SP-Energieminister – der Atomstrom wichtiger.

Nicht realisiert wurde hingegen das Atomkraftwerk Kaiseraugst, dessen Initiant Kohn war. Er zog mit seinem Engagement den Zorn der AKW-Gegner auf sich. 1979 flogen ein Infopavillon und sein Auto in die Luft.

Jetzt ist Kohn im Alter von 92 Jahren verstorben, wie «Blick» schreibt. Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, den Kohn mehrere Jahre präsidierte, habe dies bestätigt.

Prominente Verstorbene 2018:

(kob/mwa)

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