Asyl
Asylunterkünfte des Bundes: Fast täglich eine Straftat

Gesuchsteller, die in Unterkünften des Bundes untergebracht sind, haben seit Anfang Jahr im Durchschnitt fast jeden Tag eine Straftat begangen. In zehn Monaten kam es zu mehr als 200 entsprechenden Meldungen.

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Asylsuchende sollen im Bundeszentrum mit anpacken. (Symbolbild)

Asylsuchende sollen im Bundeszentrum mit anpacken. (Symbolbild)

Keystone

Das Bundesamt für Migration (BfM) erfasst seit Anfang Jahr alle mutmasslichen Straftaten sowie alle Verstösse gegen die Hausordnung, die Asylsuchende in den Bundeszentren und um sie herum begehen. Das vorläufige Ergebnis der Erhebung: Gesuchsteller, die in Unterkünften des Bundes untergebracht sind, haben seit Anfang Jahr im Durchschnitt fast jeden Tag eine Straftat begangen.

In zehn Monaten kam es zu mehr als 200 entsprechenden Meldungen, wie die «NZZ am Sonntag» unter Berufung auf einen Bericht des BfM schreibt. «Es handelt sich vor allem um Ladendiebstähle und Tätlichkeiten sowie vereinzelt um Drogenbesitz und Drohungen», sagt BfM-Sprecher Michael Glauser.

Daneben haben Asylsuchende zwischen Januar und Oktober 2013 rund 5800 Mal gegen die Hausordnung verstossen, die in den Bundeszentren gilt. Das sind fast zwanzig Verstösse pro Tag. Die Hausordnung regelt unter anderem die Ausgangszeiten für die Asylsuchenden, deren Mitarbeit bei Hausarbeiten sowie die Besuchszeiten in den Zentren, die sich unter anderem in Basel, Chiasso (TI), Kreuzlingen (TG), Altstätten (SG) und Vallorbe (VD) befinden.

Die Straftaten und die schweren Verstösse gegen die Hausordnung, etwa die Tätlichkeiten oder Drohungen, seien von 125 Asylsuchenden begangen worden. Es ist davon auszugehen, dass zumindest diese als renitente Asylsuchende gelten. Gemäss der Asylverordnung, die seit Oktober in Kraft ist, können die Betroffenen bis zu 140 Tage im geplanten Renitenten-Zentrum des Bundes untergebracht werden. Dessen Standort will der Bund bis Ende 2013 festlegen. (rsn)

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