Pilotprojekt

Asylsuchende in Graubünden sollen den «Geissenpeter» machen

Bäuerin mit Ziegen in Guarda im Unterengadin (Archiv)

Bäuerin mit Ziegen in Guarda im Unterengadin (Archiv)

In einem Pilotprojekt wollen kirchliche Kreise und das Kloster in Cazis in Graubünden Flüchtlingen die moderne Ziegenhaltung in der Schweiz zeigen. Einsätze auf Ziegenalpen sind eine Option.

Das Geissenprojekt, gearbeitet wird mit Bündner Strahlenziegen, startet in die Pilotphase, wie an einer Medienkonferenz in Cazis erläutert wurde. Geplant ist, Flüchtlinge zu Geissenfachleuten auszubilden, damit sie ihren Lebensunterhalt einmal selbst bestreiten können. Hinter der Arbeitsgruppe, die das Projekt lancierte, stehen Vertreter von Kirchen in Thusis und Cazis sowie dem Dominikanerinnenkloster Cazis.

Das Geissenprojekt richte sich vor allem an Flüchtlinge aus Ländern, in denen Ziegen wirtschaftlich eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel Eritrea oder Syrien. Den Asylbewerbern soll die moderne Ziegenlandwirtschaft in der Schweiz näher gebracht werden. Zudem sollen sie später auf Ziegenalpen eingesetzt werden können, wie Pfarrer Jörg Wuttge erklärte.

Andere Projekte schon realisiert

Führend im Geissenprojekt ist die Evangelisch-reformierte Kirche Cazis mit Pfarrer Wuttge. Die Kirche wählt mit dem Sozialamt in Thusis jene Flüchtlinge aus, die ein Praktikum absolvieren können. Gestartet wird bescheiden, mit zwei bis drei Flüchtlingen, die in Präz am Heinzenberg auf einem Hof die Ausbildung in Angriff nehmen. Das Pilotprojekt ist auf drei Jahre angelegt.

Die Ziegenausbildung ist nicht das erste ungewöhnliche Projekt für Asylsuchende in Cazis. Bereits realisiert wurden ein Kaffee-Treff für Flüchtlinge und Einheimische, der Aufbau einer Cateringgruppe sowie ein Wäscherei-Projekt.

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