Astra-Direktor will keine Luxusspur auf der Autobahn

Die SVP will eine dritte Spur auf der Autobahn, für diejenigen, die sich eine teurere Vignette leisten können. Der Astra-Direktor sieht darin keinen Nutzen. Eine generelle Erhöhung der Autobahnvignette schliesst er jedoch nicht aus.

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Keystone

Rudolf Dieterle, Direktor des Bundesamts für Strassen, lehnt die SVP-Forderung nach einer Luxusspur auf Autobahnen ab. "Das ist keine zielführende Lösung", sagte Dieterle in einem Interview im "Sonntag". Eine Luxusspur bringe "volkswirtschaftlich eher Nachteile". Dadurch werde der Verkehrsdruck auf den anderen Fahrspuren erhöht. Das sei "kein grosser Fortschritt", so Dieterle.

Der Vorschlag der SVP sieht vor, die dritte Spur auf Autobahnen für jene zu reservieren, die sich eine teurere Vignette leisten. Um kommende Bauvorhaben zu sichern, schliesst das Astra eine generelle Erhöhung der Autobahnvignette nicht aus. "Die Vignette ist eine Möglichkeit. Pro 10 Franken Preiserhöhung werden Mehreinnahmen von 70 Millionen Franken generiert", sagte Dieterle. Auch ein höherer Benzinpreis ist kein Tabu: "Je nach dem, welche Aufgaben man stemmen muss, kann es bei der Mineralölsteuer Erhöhungen geben von 7 bis 10 Rappen", so Dieterle.

Wenn neue Aufgaben dazu kommen, könne die Preiserhöhung "auch darüber liegen". Dezidiert äusserte sich der Astra-Chef zum Vorwurf, die Baustellen auf den Autobahnen würden zu lange dauern. "Das stimmt so nicht", sagte Dieterle im "Sonntag". Es gebe Anreizsysteme, um Behinderungen zu minimieren. So müssten Baufirmen die beansprucht Verkehrsfläche, zum Beispiele gesperrte Fahrspuren, mieten. "Das kann 10'000 bis 20'000 Franken pro Tag und Baustelle kosten ", sagt Dieterle. Das sei "ein wirksames Anreizsystem". Die 10 teuersten Baustellen auf dem Nationalstrassennetz kosten insgesamt über 3 Milliarden Franken, allein 400 Millionen Franken der Berner Stadtring.

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