Gesundheitspolitik
Ärzte und Krankenkassen einigen sich auf ein Modell

Jetzt zeichnet sich in der Gesundheitsdebatte eine Wende ab: Ärzte und Krankenkassen stellen sich offen hinter den neusten Vorschlag für Managed Care, also für die Stärkung von Ärztenetzwerken.

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«Ja, wir sind uns einig», sagt Jacques de Haller, Präsident der Ärztegesellschaft FMH, zur Zeitung «Sonntag». Und er ergänzt: «Nicht nur über die Stossrichtung, sondern auch über die meisten Details.» Die Deblockierung ist das Resultat von mehreren Treffen des Ärzte- und des Krankenkassenverbands im letzten halben Jahr. Mit am Tisch sassen jeweils auch der Spitalverband und die Kantone. «Uns war klar, dass wir angesichts der massiv steigenden Prämien endlich aufhören müssen, uns gegenseitig immer zu blockieren», sagt de Haller. Und so sieht die künftige Grundversicherung aus, welche die Ärzte und Kassen propagieren: Die Krankenkassen bieten als Alternative zur gängigen Grundversicherung auch Managed-Care-Modelle an, das heisst Versicherungen für integrierte Versorgungsnetze. Ein solches Netz umfasst Hausärzte, Spezialisten, Physiotherapeuten, Spitex-Dienste und im Idealfall auch Spitalambulatorien. Die Versicherten können wählen, ob sie sich von einem Versorgungsnetz behandeln lassen oder weiterhin frei von Arzt zu Arzt gehen wollen. Diese Freiheit bezahlen sie jedoch über höhere Prämien und eine höhere Kostenbeteiligung. Das heisst: Wer am Status quo festhält, zahlt 20 Prozent der Rechnung selber, wer ins Ärztenetzwerk wechselt, nur 10 Prozent. Sowohl Santésuisse-Direktor Stefan Kaufmann als auch de Haller begrüssen den differenzierten Selbstbehalt. Und beide hegen die Hoffnung, dass dank finanzieller Anreize in drei bis fünf Jahren das Managed-Care-Modell zum Standard wird.

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