Todesschütze

Armeewaffen einzusperren ist weiterhin kein Thema

Schütze schiesst mit Karabiner. (Archiv)

Schütze schiesst mit Karabiner. (Archiv)

Der Schütze, der drei Menschen im Wallis ermordete, feuerte seine Schüsse mit einem Karabiner, einer historischen Armee-Waffe ab. Für die Luzerner CVP-Nationalrätin Ida Glanzmann steht ausser Frage, dass solche Gewaltakte tragisch sind.

«Verhindern lassen sie sich aber auch dann nicht, wenn Armeewaffen im Zeughaus eingeschlossen werden», sagt die Sicherheitspolitikerin. Weil der Täter im Wallis eine historische, nicht registrierte Armeewaffe verwendete, hätte sich in diesem Fall nichts geändert. Glanzmann ist der Meinung, dass einem Armeeangehörigen, der wie der Täter psychische Probleme hat, die Dienstwaffe heute entzogen worden wäre. Das geht aber nicht, wenn es sich um eine private Waffe handelt.

Dort ortet Glanzmann auch Handlungsbedarf: «Das Problem, das wir heute haben ist, dass mehr andere Waffen im Umlauf sind als reguläre Armeewaffen. Und die sind schwer zu kontrollieren.» Wichtiger als Armeeangehörigen zu verbieten, ihre Waffe mit nach Hause zu nehmen, sei es, bessere Kontrollen durchzuführen, etwa über Waffenregister und Waffenscheine.

In Schweizer Haushalten liegen Millionen von Waffen herum

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Zwängerei der Grünliberalen

Als erstes Traktandum im neuen Jahr behandelt die Sicherheitspolitische Kommission (SIK) des Nationalrats die Abschaffung des obligatorischen Schiessens. Die Pflicht eines jeden Soldaten, jährlich einmal ein paar Schüsse abzugeben, soll also aufgehoben werden. Hinter dem Begehren steckt die Grünliberale Partei (GLP). Sie reichte im Sommer die parlamentarische Initiative zur Aufhebung der «ausserdienstlichen Schiesspflicht» ein, weil es nach Angaben des Luzerner GLP-Nationalrats Roland Fischer nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Armee entspreche. Der Nutzen der Schiesspflicht sei klein, da die Soldaten sowieso einen jährlichen Wiederholungskurs (WK) absolvieren müssten.

Bürgerliche Sicherheitspolitiker sehen das Begehren der GLP als «Zwängerei». Auch nach einem solchen Gewaltakt lassen sich die Gemüter kaum umstimmen. Ida Glanzmann sagt, dass die Initiative der Grünliberalen in der Kommission keine Mehrheit finden werde.

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