Ernstfall
Armeechef ist nicht allein: Schon Doris Leuthard riet zu Notvorräten

Armeechef André Blattmann sorgt mit seinem Rat, Notvorräte anzulegen, für Aufregung. Dabei hat Doris Leuthard schon als Wirtschaftsministerin die Bevölkerung aufgerufen, sich für den Ernstfall zu rüsten.

Noëlle Küng
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André Blattmann und Doris Leuthard

André Blattmann und Doris Leuthard

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«Die Schweiz ist gut gerüstet für den Ernstfall. Sind Sie es auch?» Dieser Satz stammt nicht etwa von Armeechef André Blattmann, der sich um die Notvorrat-Versorgung der Schweizer sorgt. Der Satz kommt von Bundesrätin Doris Leuthard und ist aus der persönlichen Einleitung zu einem Ratgeber für Notsituationen aus dem Jahr 2010.

Leuthard war damals Bundespräsidentin und als Wirtschaftsministerin verantwortlich für das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL), welches den Ratgeber für den Ernstfall herausgegeben hat und noch heute auf der Homepage des Bundes abrufbar ist.

Leuthard schreibt im Ratgeber von Klimaveränderungen und erhöhtem Risiko für Pandemien. «Es ist gut zu wissen, dass die Schweiz auf solche Grossereignisse vorbereitet ist. (...) Trotz guter Vorbereitung kann es bei einer Katastrophe Stunden, ja Tage dauern, bis ausreichend Hilfe vor Ort ist. Eigenverantwortung und Mithilfe der Bevölkerung sind daher wichtig», betont sie. Für den Einzelnen stelle sich deshalb die Frage, seob er in der Lage sei, eine solche Ausnahmesituation zu meistern.

Zur Verfügung gestellt

Der BWL-Ratgeber erklärt dem Leser auf 27 Seiten, was im welchen Fall zu beachten ist. So sollte man bei Sturm nicht aus dem Haus gehen, bei Hochwasser frühzeitig einen grösseren Vorrat an Trinkwasser anlegen und bei Feuer zuerst versuchen, Alarm zu schlagen, gefährdete Personen auf das Feuer aufmerksam machen, zu löschen und ansonsten zu fliehen, um sich selber in Sicherheit zu bringen.

Weniger Wasser als Blattmann bunkert

In Sachen Notvorrat empfiehlt das Wirtschaftsdepartement, das heute von Johann Schneider-Ammann geführt wird, Konserven, Reis, Teigwaren, Fertigsuppen, Kaffee, Schokolade und Futter für Haustiere anzulegen. In Sachen Wasser-Vorrat geht das BWL nicht so weit wie der Armeechef. Während Blattmann für sich und seine Frau rund 300 Liter Mineralwasser ohne Kohlensäure an Lager hat, empfiehlt das BWL neun Liter pro Person.

Der Notvorrat setze sich sinnvollerweise aus lagerfähigen Lebensmitteln zusammen. Aus solchen, die man im täglichen Leben konsumiere und so regelmässig umsetze. «Es geht also nicht darum, einen Notvorrat anzulegen und diesen dann zu vergessen, sondern es geht darum, eine Reserve von täglich benötigten Nahrungsmitteln anzulegen», heisst es im Ratgeber.

Minestrone auf Sparflamme

Auf der Checkliste Notgepäck findet man die wichtigsten Dinge, die man für den Fall einer Evakuation immer griffbreit haben sollte. Dazu gehören nebst Pass oder Identitätskarte, Bargeld und Wertsachen auch Medikamente, ein Handy mit Akku, ein UKW-Radio mit funktionsfähigen Batterien und wenn Kinder dabei sind einige Spielsachen.

Und für den Fall, dass einem alle Kochbücher abhandengekommen sind, das Gemüse und die Teigwaren aber noch da sind, gibt es auch ein Rezept für die Minestrone auf Sparflamme.

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