F/A-18-Absturz

Armeechef Blattmann: «Die Bilder vor Ort lassen das Schlimmste vermuten»

Armeechef André Blattmann an der Medienkonferenz in Alpnachstad

Armeechef André Blattmann an der Medienkonferenz in Alpnachstad

Für die Insassen der abgestürzten F/A-18 gibt es kaum Hoffnung. Darüber informierte Armeechef André Blattmann und Luftwaffenchef Aldo Schellenberg in Alpnach die Medien. Die Ursache für das Unglück ist noch immer unklar.

Es sei ein schwarzer Tag für die Armee und die Luftwaffe, sagte Armeechef André Blattmann in Alpnachstad vor den Medien. Zwar gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse über den Verbleib des Piloten und des zweiten Flugzeuginsassen. Aber man sei nicht zuversichtlich. «Die Bilder, die ich vor Ort gesehen habe, lassen das Schlimmste vermuten.»

Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg zeichnete vor den Medien die Ereignisse nach. Demnach seien zwei F/A-18 in Meiringen für ein Luftkampftraining gestartet und über den Brünig in die Region Obwalden geflogen.

Blattmann: Nebel allein nicht für Unfall verantwortlich

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Notmanöver eingeleitet

Über Alpnach hätten die Jets Wendemanöver eingeleitet, bei dem einer der Jets vermutlich verunglückte. Um 13.56 Uhr kam die Meldung über den Absturz. Beim abgestürzten Jet handelt es sich um einen Zweiplätzer. Neben dem Piloten war noch eine zweite Person im Cockpit.

Der Pilot des zweiten Jets brach das Wendemanöver ab. Er stellte von Sicht- auf Instrumentenflug um und gewann rasch an Höhe. «Es handelt sich um eine trainierte, normale Notaktion, die man bei schlechten Wetterverhältnissen einleiten kann», hielt F/A-18-Pilot Pierre de Goumoëns an der Meidenkonferenz fest.

Ob der «emergency climbout», wie das Manöver genannt wird, aus Übungsgründen durchgeführt wurde oder wegen eines echten Notfalls, ist jedoch noch unklar. Beide Flugzeuge waren auf ihrem Flug unbewaffnet.

Suche nach Flugrecorder

«Wir wissen nicht, ob der Schleudersitz betätigt wurde», sagte Schellenberg. Die Suche nach dem Flugrecorder sei noch im Gang. Die Militärjustiz hat eine Untersuchung angeordnet. Zudem wurde das forensische Institut der Kantonspolizei Zürich aufgeboten. Allerdings könne es Wochen oder gar Monate dauern, bis der Zwischenfall aufgeklärt sei, sagte Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, vor den Medien.

Die Militärjustiz stellt für Donnerstag erste Erkenntnisse - etwa zur Flughöhe - in Aussicht. Man habe den Schadensplatz sichern lassen und setze die Bergungs- und Aufräumarbeiten in der Nacht fort, sagte Kühne weiter. (cze/sda)

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