Pakistan

Armee rückt weiter ins Swat-Tal vor - Schwere Gefechte mit Taliban

Ausgangssperre: Swat-Tal-Bewohner

Ausgangssperre: Swat-Tal-Bewohner

Die pakistanische Armee ist im Rahmen ihrer Offensive gegen die radikalislamischen Taliban weiter ins umkämpfte Swat-Tal vorgerückt. Nach Militärangaben wurden binnen 24 Stunden mehr als 140 Aufständische getötet.

Pakistans Regierungschef Yousaf Raza Gillani hatte die Verschärfung der Offensive am späten Donnerstagabend in einer Rede an die Nation angekündigt. "Wir haben die bewaffneten Truppen angewiesen, die islamistischen Kämpfer und Terroristen auszulöschen." Ziel sei die Wiederherstellung der "Ehre und Würde unseres Heimatlands".

Die Staatsspitze setzte damit de facto ein im Februar mit den Extremisten der Region getroffenes Abkommen ausser Kraft. Im Gegenzug zu einem Waffenstillstand war im Swat-Tal und sechs weiteren Bezirken das islamische Scharia-Recht eingeführt worden.

Bis zu 15 000 Sicherheitskräfte seien in der unwegsamen Grenzregion zu Afghanistan im Einsatz, erklärte ein Militärsprecher. Insgesamt befinden sich im Swat-Tal nach Armeeschätzungen zwischen 4000 und 5000 Rebellen.

Trotz der Militäroffensive haben die Taliban in ihrer Hochburg Swat weiterhin die Kontrolle über einen Grossteil der Distrikthauptstadt Mingora.

Eine von der Armee verhängte Ausgangssperre vom Bezirk Malakand bis ins Swat-Tal dürfte die Möglichkeiten für Zivilisten weiter einschränken, aus dem Kampfgebiet zu fliehen. Bislang verliessen nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR mehr als 150 000 Menschen die Region. Augenzeugen beschuldigten die Taliban und die Armee, bei ihren Angriffen auch wahllos Zivilisten zu töten.

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