Waffen-Initiative
Armee-Offiziere gegen Waffen im Kleiderschrank

Die Initiative «für den Schutz vor Waffengewalt» untergräbt die Schweizer Milizarmee in keiner Weise. Dies ist die Überzeugung vieler aktiver und ehemaliger Armee-Offiziere.

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Armeewaffe im Putzschrank

Armeewaffe im Putzschrank

Keystone

An einer Medienkonferenz in Bern haben sich heute namhafte frühere Armeeoffiziere für ein Ja zur Waffenschutz-Initiative ausgesprochen.

Die Heimabgabe der Armeewaffe ist auch in Armeekreisen eine höchst umstrittene Frage, schreiben die Offiziere in einer Pressemitteilung. Für den ehemaligen Kompagnie-Kommandanten Urs W. Honegger, Hauptmann a.D., ist der Fall am 13. Februar klar: „In der ganzen Diskussion über diese Volksinitiative habe ich bisher von keinem einzigen Offizier eine objektive und nachvollziehbare Begründung gehört, weshalb die Armee-Angehörigen weiterhin ihre persönliche Waffe nach Hause nehmen sollten. Aus rein militärischer Sicht besteht deshalb überhaupt kein Grund, die persönliche Waffe zu Hause aufzubewahren, weder für den Fall einer Mobilmachung, noch für das obligatorische ausserdienstliche Schiessen."

Möglichkeit Tragödien einzudämmen

Auch Ebo Aebischer, ehemals Hauptmann im Armeestab steht hinter der Waffenschutz-Initiative - ebenso aufgrund seiner im Zivilleben gemachten Erfahrungen als Seelsorger der Landeskirche: „Die erschwerte Verfügbarkeit einer Waffe ist zweifelsohne eine Möglichkeit, Tragödien einzudämmen. Zwar gibt es einen Verfassungsartikel, der den Bund verpflichtet, Vorschriften gegen den Missbrauch von Waffen zu erlassen. Die Umsetzung dieses Artikels ist aber noch heute ungenügend, was verschiedene schwere Zwischenfälle in Zug, Zürich-Höngg oder unlängst in Biel sowie die nach wie vor hohe Suizidrate mit Schusswaffen belegen."

Für den ehemaligen Chef einer Panzer-Batterie, Oberstleutnant a.D. Jean-Marc Guinchard geht es am 13. Februar vor allem darum die überholte Heimabgabe der Armeewaffe zu beenden: „Die Waffe zu Hause, ist ein überliefertes Bild und entspringt auch der Legende von Wilhelm Tell. Es ist längst nicht mehr gültig. Die moderne Bedrohung hat sich geändert. Eine Invasion unserer Städte wird es nicht mehr geben. Der Krieg der Zukunft ist ein wirtschaftlicher, ein terroristischer oder elektronischer. Ob diesem Paradigmenwechsel wäre ein Gewehr ohnehin nutzlos." (jep)

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