Als "Paradebeispiel" nennt er das Führungssystem FIS des Heeres, das unter der Ägide von Armeechef Christophe Keckeis und Verteidigungsminister Samuel Schmid für rund 700 Millionen Franken gekauft worden war. FIS hätte es den Generälen erlauben sollen, Schlachten vom Bildschirm aus zu lenken.

Daraus wird nun wohl nichts: Obwohl das System bereits mit den Rüstungsprogrammen 06 und 07 beschafft worden war, kann es laut Maurer erst ab 2011 eingeführt werden. Ab 2015 soll es von der Truppe dann voll genutzt werden können. Ob die Software dann noch auf dem neusten Stand sei, sei allerdings fraglich, sagte Maurer.

Und FIS ist nicht das einzige Informatik-Debakel: Insgesamt habe die Armee in den letzten Jahren 500 verschiedene Computer-Programme eingekauft. "Die sind aber nicht kompatibel, können nicht miteinander kommunizieren", klagte der Verteidigungsminister.

Zudem gebe es rund 2000 Applikationen, zum Teil selber entwickelte. "Wir sind schlicht nicht in der Lage, das alles zu betreiben." Einen Teil der teuren Software will Maurer darum einstellen. "Wir müssen nun ausdünnen", sagte er.

Den Rest sollen 50 zusätzliche Angestellte und eine Task-Force mit externen Experten zum Laufen bringen. "In fünf Jahren wird das ganze EDV-System funktionieren", versicherte Maurer.

Schuldige will er nicht benennen. Die Armee sei laufend reformiert worden, und das Parlament habe den Rüstungsprogrammen jeweils zugestimmt, sagte er. "Da wäre es billig, jetzt einen einzelnen Schuldigen zu suchen."