Pädophilie

Armee beschäftigt verurteilten Sexualtäter weiter

Wegen mehrfacher sexueller Handlungen mit Kindern ist ein höherer Unteroffizier der Schweizer Armee vergangene Woche in Bern zu einer bedingten Gefängnisstrafe verurteilt worden. Obwohl es sich um einen Wiederholungstäter handelt, beschäftigt das Militär den Mann weiter.

Christian Burri, Sprecher Verteidigung, bestätigte auf Anfrage Informationen der Ringier-Presse. Das Urteil sei aber noch nicht rechtskräftig, hält Burri gegenüber der Nachrichtenagentur SDA fest. So lange dies nicht der Fall ist, gilt die Unschuldsvermutung. Die "Handlungsoptionen des Arbeitgebers" seien "beschränkt", wie es Burri ausdrückt.

Nach seinen Angaben hat der Berufsmilitär im Frühling 2009 seinen Vorgesetzten informiert, nachdem er gegenüber den Untersuchungbehörden ein Geständnis abgelegt hatte. Dieser habe entschieden, den Berufsmilitär weiter zu beschäftigen, bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt.

"Gleichzeitig wurde sichergestellt, dass der betroffene Mitarbeiter in seiner beruflichen Tätigkeit keinen Kontakt zu Minderjährigen hat und dass er keinen Umgang mit Informationen hat, die ihn erpressbar machen würden", schreibt Burri in einer schriftlichen Stellungnahme. Der Mann unterziehe sich inzwischen wegen pädophiler Neigung einer Therapie.

Allerdings war der Mann schon 2001 wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Auch von diesen Vorfällen hatte das Verteidigungsdepartement gemäss Burris Angaben Kenntnis. Arbeitsrechtlich habe damals aber kein Entlassungsgrund vorgelegen.

Aufgeschreckt von den Medienberichten hat Verteidigungsminister Ueli Maurer die Angelegenheit inzwischen zur Chefsache gemacht: Der Departementschef habe angeordnet, dass der Fall lückenlos untersucht werde, sagte Burri.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1