Terror in Manchester

Ariana Grande plante ein Konzert in Zürich – jetzt spricht der Hallenstadion-Chef

Ariana Grande bei einem Auftritt. Hallenstadion-CEO Felix Frei.

Ariana Grande bei einem Auftritt. Hallenstadion-CEO Felix Frei.

Nach einem Konzert von Ariana Grande in Manchester zündete ein Attentäter eine Bombe im Foyer des Stadions. Grande wollte in zwei Wochen im Zürcher Hallenstadion auftreten. Das Interview mit Direktor Felix Frei.

Popsängerin Ariana Grande wollte in zwei Wochen im Zürcher Hallenstadion auftreten. Nach dem Anschlag auf ihr Konzert in Manchester ist noch offen, ob der Schweizer Auftritt stattfindet. Hallenstadion-Chef Felix Frei spricht im Interview über die Schwierigkeit, Besucher auch auf dem Nachhauseweg zu schützen und die Zukunft der Sicherheit an Konzerten.

Herr Frei, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie vom Anschlag auf das Konzert von Ariana Grande in Manchester erfuhren?

Felix Frei: Zuerst einmal dachte ich: „Das darf doch nicht wahr sein.“ Dass nun wieder ein Konzert zum Ziel eines Terroranschlages wurde, ist schrecklich. Die Betroffenheit ist gross.

Konzertbesucher auf dem Weg aus der Arena, während Lautsprecherdurchsagen auffordern, ruhig zu bleiben.

Konzertbesucher auf dem Weg aus der Arena, während Lautsprecherdurchsagen auffordern, ruhig zu bleiben.

In zwei Wochen sollte Ariana Grande im Hallenstadion auftreten. Hatten Sie Kontakt mit ihrem Management?

Ja, aber ich kann im Moment nicht sagen, ob das Konzert stattfindet.

Ariana Grande - Werbung für den Schweizer Auftritt in Zürich.

Ariana Grande - Werbung für den Schweizer Auftritt in Zürich.

Wie hoch sind die Sicherheitsmassnahmen bei einem solchen Konzert?

Wir haben unser Sicherheitskonzept in den letzten zwei Jahren laufend überprüft. Da sind die Erfahrungen von Anschlägen wie in Paris eingeflossen. Bei jedem Anlass analysieren wir die Situation und passen die Sicherheitsmassnahmen entsprechend an. Es gibt keine wesentlichen Unterschiede zwischen einem Eishockeymatch und einem Konzert.

In Manchester wurden Konzertbesucher beim Verlassen des Konzerts angegriffen. Offenbar ausserhalb der Konzerthalle. Das scheint eine neue Taktik der Terroristen zu sein. Sind Sie auf ein solches Szenario vorbereitet?

Das ist kein neues Szenario. Solche Überlegungen machen wir uns natürlich. Für die Sicherheit ausserhalb des Hallenstadions ist allerdings grundsätzlich die Polizei zuständig.

Was tun Sie, um die Sicherheit Ihrer Kunden auf dem Heimweg zu garantieren?

Unser Fokus liegt darauf, dass keine gefährlichen Gegenstände, wie etwa Bomben, ins Stadion gelangen. Es gibt aber immer Bereiche, die schwierig zu schützen sind. Wir können nicht jeden unserer Gäste heimbegleiten.

Wie sehen Sie die Zukunft der Sicherheit an Konzerten?

Es wird überall noch konsequentere Sicherheitsvorkehrungen geben. Ich gehe davon aus, dass die Künstler ihre Ansprüche erhöhen. Heute werden nur selten Metalldetektoren verlangt, das dürfte sich in Zukunft ändern.

Wird man in Zukunft das Konzertticket nur noch mit Namen und Ausweis beziehen können?

Das halte ich für nicht praktikabel. Es würde viel zu lange dauern, am Eingang die Identität aller Konzertbesucher zu kontrollieren. Und bei einem Anschlag wie in Manchester hätte das auch nichts genützt.

Auf Englisch: Konzertbesucher erzählen von ihren Erlebnissen und der Panik nach der Explosion in Manchester

Auf Englisch: Konzertbesucher erzählen von ihren Erlebnissen und der Panik nach der Explosion in Manchester

"Plötzlich hörten wir einen Knall. Es tönte wie ein Echo. Alles wurde für fünf oder sechs Sekunden ruhig. Dann brach die Hölle aus", erzählt Konzertbesucherin Kennedy Hill.

Was sagen Sie den Fans von Ariana Grande und anderen Besuchern des Hallenstadions, die sich nun Sorgen machen?

Das Hallenstadion hat ein gutes Sicherheitskonzept. Es gibt in Zürich und in der Schweiz zudem keine Hinweise von Behörden auf eine gefährliche Lage. Es muss sich niemand Sorgen machen.

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