Urs-Peter Inderbitzin

Wer nach einem Unfall ein Schleudertrauma simuliert und Versicherungsgelder kassiert, hat nichts zu lachen, wenn die Sache auffliegt. Das Bundesgericht hat einen Mann aus Basel wegen Betrug definitiv zu 4 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann war im Oktober 1997 mit seinem Personenwagen in einen Verkehrsunfall verwickelt. Dabei erlitt er ein leichtes Schleudertrauma. Nach sechs Wochen leichten Nackenschmerzen war der Mann wieder beschwerdefrei. Dies hinderte ihn allerdings nicht daran, weiterhin über sein Schleudertrauma zu jammern. Dabei fand er immer wieder Ärzte, die ihm aufgrund seiner Lügen bestätigten, unter den Folgen des Unfalles zu leiden. Auf Basis dieser Arztzeugnisse bezahlten ihm die Suva, die Invalidenversicherung, das Fürsorgeamt Basel sowie die Arbeitslosenkasse Basel zwischen 1997 und 2005 total 205 000 Franken aus.

Als der Schwindel aufflog, wurde der Schleudertrauma-Simulant hart angefasst: Das Strafgericht Basel verurteilte ihn wegen mehrfachen gewerbsmässigen Betruges zu vier Jahren Freiheitsstrafe. Als das Appellationsgericht Basel-Stadt dieses Urteil bestätigte, rief der Simulant das Bundesgericht an. Er forderte einen Freispruch vom Vorwurf des gewerbsmässigen Betruges und eine Bestrafung von höchstens 18 Monaten bedingt. Das Bundesgericht schützte jedoch das Urteil der Basler Justiz vollumfänglich. Es ging ebenfalls davon aus, dass der Mann die Ärzte «arglistig getäuscht» hatte und die Bestrafung zu Recht erfolgt war.