"Er schlief friedlich ein, begleitet von seiner Familie, so, wie er es immer wollte", sagte Alfonsíns Arzt, Alberto Sadler. Alfonsín war von 1983 bis 1989 Staatschef und der erste demokratische Präsident Argentiniens nach dem Ende der Militärdiktatur.

Der Gesundheitszustand des Politikers hatte sich nach einer Lungenentzündung seit Sonntag zunehmend verschlechtert. Vor seinem Haus in dem Nobelviertel Barrio Norte in Buenos Aires versammelten sich bereits während des Tages zahlreiche Menschen.

Alfonsín gilt als Symbolfigur für Argentiniens Rückkehr zur Demokratie. Nach dem Ende der Militärdiktatur war er von 1983 bis 1989 erster demokratisch gewählter Präsident des südamerikanischen Landes.

In seiner Regierungszeit mussten sich die bis dahin allmächtigen Militärs erstmals vor Gericht für zehntausendfachen Mord, Folter und Entführung von Regimegegnern verantworten. 1985 wurden die führenden Vertreter der Militärkaste in einem aufsehenerregenden Prozess zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Völlig negativ ist die Bilanz von Alfonsíns Wirtschaftspolitik. Er bekam die Auslandsschulden Argentiniens, die während der Herrschaft der Militärs explodiert waren, nicht in den Griff. Am Ende seiner Amtszeit 1989 herrschte Hyperinflation im Land, und Argentinien steuerte auf die Zahlungsunfähigkeit zu.

Alfonsín wurde am 12. März 1927 in der Kleinstadt Chascomús südlich von Buenos Aires als Sohn eines Kaufmanns geboren. Er studierte in La Plata Rechtswissenschaft und trat Anfang der 50er Jahre in die Politik ein. Er hinterlässt seine Frau María Lorenza und sechs Kinder.