Arbeitslose interessieren sich für deutsche Jobs

Das Arbeitsamt informiert arbeitslose Schweizer über den deutschen Arbeitsmarkt; über 150 lassen sich in Aarau beraten. besonders gefragt sind Krankenschwestern, Apotheker oder Elektroingenieure.

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Arbeitslose interessieren sich für deutsche Jobs

Arbeitslose interessieren sich für deutsche Jobs

Maja Sommerhalder

Deutschland sucht unsere Arbeitslosen. Zumindest diejenigen, die eine Ausbildung als Krankenschwester, Apotheker oder Elektroingenieure absolviert haben. Das sind Berufsleute, die selbst in der Schweiz Mangelware sind. An einer Informationsveranstaltung im Kultur-und Kongresshaus in Aarau gestern können Stellensuchende vieles über das Leben und Arbeiten in Deutschland erfahren. «Wir möchten der Schweiz keine gesuchten Fachkräfte abwerben», sagt Gerald Schomann von der deutschen Bundesagentur für Arbeit. «Wir informieren lediglich über die europäische Freizügigkeit und zeigen auf, dass es eine Alternative zum Schweizer Stellenmarkt gibt.»

Diskretion geht über alles

Das Interesse an der Veranstaltung ist denn auch gross. Etwa 150 Stellensuchende lauschen den Vorträgen oder lassen sich an den Informationsständen ihre Fragen zum deutschen Renten- oder Sozialversicherungssystem beantworten. Es wird auch gezeigt, wie man im Internet nach Stellen in Deutschland sucht. Ein konkretes Angebot, so, wie das im Vorfeld der Veranstaltung versprochen worden war, hat keiner der befragten Besucher erhalten. Vor allem ältere und männliche Teilnehmer sind nach Aarau gekommen. Darunter sind auch einige Deutsche. Diskretion geht über alles, und den zahlreichen anwesenden Medienleuten wird es nur unter strengsten Auflagen gestattet, Aufnahmen zu machen. Die Referentin des Vortrages darf beispielsweise nicht aufs Bild. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes, heisst es immer wieder. Schliesslich lässt sich Sascha Schmitt, Berater der deutschen Bundesagentur für Arbeit, mit mir zusammen ablichten. Stellensuchende dürfen nur ausserhalb des Gebäudes fotografiert werden.

«Keine Massenauswanderung»

Die Stellensuchenden aus dem Aargau, Basel-Stadt und Zürich wurden von den Arbeitsämtern dieser drei Kantone eingeladen. Diese organisierten den Infotag zusammen mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft und der deutschen Bundesagentur für Arbeit. Im Vorfeld wurde das Vorhaben heftig kritisiert, da ausgerechnet Fachkräfte aus Berufsgruppen eingeladen wurden, nach denen die Schweizer Wirtschaft lechzt. Hansjürg Dolder vom Amt für Arbeit- und Wirtschaft Basel-Stadt wehrt sich: «Wir haben Arbeitslose aus den verschiedensten Branchen eingeladen.» Zudem hätten diese Leute trotz Fachkräftemangel keinen festen Job. «Angst vor einer Massenauswanderung muss man nicht haben. Es wird wohl nur eine Minderheit diese Chance wahrnehmen.»

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