Die Kantone sollten dringend das "gut durchdachte, zukunftsgerichtete und nötige Instrument" unterstützen, heisst es in einem am Donnerstag veröffentlichten Manifest. Ein gemeinsamer Lehrplan für die deutschsprachige Schweiz sei von grosser Bedeutung.

Der Grundsatzentscheid, den Lehrplan 21 für die Kantone freizugeben, wurde von der D-EDK im vergangenen Oktober gefällt. Die ersten Kantone haben bereits verbindliche Entscheide für die Einführung neuer Lehrpläne auf der Basis des Lehrplans 21 gefällt. Basel-Stadt etwa führt ihn diesen Sommer als erster Kanton definitiv ein.

In 19 von 21 deutschsprachigen Kantonen ist die Umsetzung geplant. Die meisten beabsichtigen eine Einführung ab dem Schuljahr 2017/2018. An mehreren Orten regt sich aber Widerstand und es laufen Unterschriftensammlungen oder sind in Vorbereitung. In Aargau und Schwyz etwa wird das Volk darüber befinden müssen.

Die Ebenrain-Konferenz bricht nun deshalb eine Lanze für den neuen Lehrplan. Die Allianz von Arbeitnehmenden betont in ihrem Manifest, wie wichtig das gemeinsame Instrument in vielerlei Hinsicht sei.

Weniger Leistungsdruck, mehr Chancengleichheit

Gleiche Voraussetzungen seien auch in der Phase nach der obligatorischen Schulzeit sehr wichtig, heisst es etwa im Schreiben. Berufsausbildung, Fachmittelschulen und gymnasiale Mittelschulen seien bereits auf Bundesebene geregelt und einheitlich. "Die Jugendlichen müssen also alle denselben Anforderungen genügen."

Der Lehrplan 21 erleichtere zudem die Mobilität von Familien mit schulpflichtigen Kindern und trage zur Chancengerechtigkeit bei. Die Ebenrain-Konferenz glaubt auch, dass mit dem gemeinsamen Instrument Klassenrepetitionen, Nachhilfeunterricht und der Leistungsdruck reduziert werden könnten.

Der Lehrplan 21 sei ein wichtiger Wegweiser, heisst es weiter. Er zeige auf, was Kinder und Jugendliche zu bestimmten Zeitpunkten ihrer Bildungslaufbahn wissen und können müssten - also über welche Kompetenzen sie verfügen sollten.

Ihre gemeinsamen Interessen verfolgen in der Ebenrain-Konferenz neben dem Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH) und den grössten Arbeitnehmerverbänden auch etwa der Berufsverband der Pflegefachleute (SBK), der Verband der Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) oder der Verband der Schweizer Polizeibeamten (VSPB).