A. D. warb mit unschlagbaren Preisen für seine Apple-Computer. Und zog damit die Kundschaft in Scharen in seinen Internetshop Apfelrechner Gmbh, den er auf ricardo.ch platziert hatte.

Die Kunden bekamen da stattliche Rabatte. Die Sache hatte allerdings einen Haken. Der Apple-Rechner war im voraus zu bezahlen. Er sollte innerhalb von sechs Wochen geliefert werden.

Das System hat eine Zeitlang sogar funktioniert - weil die Zahl der Bestellungen stetig stieg. Apfelrechner bekam von Internetnutzern beste Noten, das Händlerprofil war einwandfrei. Apple und der grosse Händler Dataquest lieferten, ohne Fragen zu stellen, wie A. D. die Rechner im Internet weit unter Einstandspreis verkaufen konnte.

Das Schneeballsystem auffliegen lassen hat dann ein dritter Händler. Er wurde stutzig, dass A. D. bei ihm jeweils Ware für Tausende von Franken bezog und diese bar bezahlte. Bei Recherchen stellte er dann fest, dass A. D. die Ware zu Schleuderpreisen weiter verkaufte. Und der in Aarau an der Bahnhofstrasse geplante Laden gar nie eröffnet wurde. Er verzeigte Apfelrechner darauf im Jahr 2006.

Das Verfahren kam in Gang und der Nachschub an Rechner blieb aus. Ab Ende 2006 gab es keine Rechner mehr. Das Nachsehen hatten Kunden, die bereits bezahlt hatten. Es sind rund 600. 200 davon haben inzwischen Zivilklage eingereicht.

Die Verhandlung musste vom Bezirksgericht, wo nur 40 Personen Platz haben, ins Parlamentsgebäude verlegt werden. Neben zahlreichen Geschädigten ist auch eine Schulklasse zugegen. (rsn)