Killwangen

Anzeige gegen Gemeindeammann Cornelia Biasca

Cornelia Biasca: Die Anzeige richtet sich nur gegen sie. (wal/Archiv)

Cornelia Biasca: Die Anzeige richtet sich nur gegen sie. (wal/Archiv)

Beim Bezirksamt Baden wird bestätigt, dass ein Verfahren gegen Cornelia Biasca laufe. Offenbar geht es um Amtsgeheimnisverletzung.

Dieter Minder / Roman Huber

«Ich wurde angezeigt, weshalb ist mir aber noch nicht bekannt», so Cornelia Biasca selber. In der Gemeinde kursieren die Gerüchte. Kein Wunder: In der Ära Biasca krachte es des Öftern im Gebälk des Gemeindehauses. Kaum eine Gemeinde dürfte in den vergangenen Jahren im Verhältnis so viele Personalwechsel erlebt haben, wie Killwangen.

Wiederholt führt die Spur zur Frau Gemeindeammann. Dass der Grund der Unruhen bei ihrer Person liege, denken sich auch ehemalige Mitarbeitende, die selber das Kapitel Killwangen jedoch endgültig als abgeschlossen erklärt haben.

Auch im Dorf ist es unruhig

Auch das Dorf ist mehrmals politisch erschüttert worden. Und von da kommt auch die Anzeige. Biasca betont jedoch: «Ich bin mir keiner Schuld bewusst.» Personalprobleme gebe es immer wieder, sagt Biasca zu den vielen Wechseln. Sie sieht jedoch andere Gründe für die Abgänge: «In einer kleinen Gemeinde sind die Berufschancen gering.»

Deshalb habe jetzt auch die noch junge Finanzverwalterin Claudia Seiler gekündigt: «Sie geht in eine grössere Gemeinde, wo sie sich verbessern kann.» Die Gemeindeverwaltung zählt, inklusive der beiden Lehrlinge, acht Stellen. An einen Zusammenhang mit den derzeitigen politischen Problemen glaubt Biasca jedoch nicht. Grundsätzlich laufe alles gut, so Biasca.

Zu Unstimmigkeiten im Dorf kam es Anfang Jahr, nachdem der Verein Kultur Killwangen gegründet worden war. In der Folge war es zwischen der kommunalen Kulturkommission beziehungsweise der Gemeinde und den Initianten zu Meinungsverschiedenheiten und heftigen Diskussionen gekommen. Rückblickend sagt Biasca: «Ich habe keinen Streit mit diesen Leuten, verkehre aber auch nicht mit ihnen.»

Grundsätzlich stellt sie zu ihrer Situation als Angeklagte fest: «Es geht vielen Politikern so wie jetzt mir.» Immer wieder müssten sie Entscheide fällen, die einzelnen Einwohnern nicht gefielen und dann Reaktionen auslösten.

Vorläufig reduziert im Einsatz

Zurzeit führt Cornelia Biasca ihr Amt nicht aus. «Ja, ich bin momentan nur reduziert arbeitsfähig», bestätigt sie. Ihre politischen Aufgaben als Gemeindeammann hat sie für rund zwei Wochen ruhen lassen. Aber: «Ich habe bereits wieder Termine wahrgenommen.» Die Ursache für ihre Krankheit sei ein Schleudertrauma. Darum habe sie sich auch vom Waldumgang abmelden müssen. Spätestens in vier Monaten soll sie wieder fit sein.

In dieser Zeit leiten die vier Gemeinderäte mit Vizeammann Alois Greber die Geschicke der Gemeinde. Mit dem Hinweis auf das laufende Verfahren sagt Greber: «Wir werden informieren, sobald die Sache geklärt ist.»

Ein Angriff auf die Person

Die Anzeige gegen Biasca sieht man im Dorf als einen Angriff auf die Person, wobei die Amtsgeheimnisverletzung nicht als eigentlicher Grund, vielmehr als Anlass betrachtet werden müsse. So sind im Zusammenhang mit den vielen Personalwechseln wie auch beim Abgang von Biascas Vorgänger sowie bei andern Vorfällen immer wieder Mobbingvorwürfe an die Adresse von Cornelia Biasca im Raum gestanden. Ehemals betroffene Personen wie auch einige Beobachter gingen davon aus, dass es irgendeinmal zu einem Eklat kommen würde.

Der Killwanger CVP-Grossrat Peter Voser, Vorvorgänger von Biasca, ist besorgt über die derzeitige Situation. Sie müsse geklärt werden. Zuvorderst steht für ihn jedoch, dass die Führung der Gemeinde gewährleistet bleibe.

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