Kinderschänderprozess
Anwalt von Kinderschänder ist froh, dass sein Mandant nicht verwahrt wird

Das Bezirksgericht Münchwilen hat beim Kinderschänderprozess zwar den Hauptangeklagten zu 13 Jahren Haft verurteilt, mehr als der Staatsanwalt gefordert hatte. Trotzdem akzeptieren Verteidiger Valentin Landmann und sein Mandant das Urteil.

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Verteidiger Valentin Landmann akzeptiert das Urteil für seinen Mandanten, den Hauptangeklagten.

Verteidiger Valentin Landmann akzeptiert das Urteil für seinen Mandanten, den Hauptangeklagten.

Keystone

Verteidiger Valentin Landmann hatte 8 Jahre Haft für seinen Mandanten gefordert, der Staatsanwalt 10,5 Jahre. Das Bezirksgericht verurteilte den Hauptangeklagten nach der zweitätigen Gerichtsverhandlung schliesslich zu 13 Jahren Haft. «Das ist ein sehr hartes Urteil», sagte Landmann.

Aber der Verteidiger sagte auch: «Wir akzeptieren das Urteil.» Denn für ihn und seinen Mandanten sei der Hauptpunkt gewesen, dass dieser nicht in einer Massnahme «versenkt» werde. Das heisst also, dass er nicht verwahrt wird.

Sein Mandant, der 35-jährige Deutsche, habe ruhig und besonnen auf das Urteil reagiert. «Er hat aufgeatmet, dass er nicht auf ewig versenkt ist.»

Auch wenn sich, Daniel Jung, der Anwalt des Sohnes vom Hauptangeklagten persönlich eine Verwahrung der Täter gewünscht hätte, sei das Urteil für die betroffenen Opfer richtig. «Dem Kind geht es den Umständen entsprechend erstaunlich gut», sagte er. Es habe sich gut entwickelt. Die grässlichen Folgen habe es weitgehend überwunden. Es steht nun aber vor der Pubertät. Je nach Entwicklung beim Entecken der eigenen Sexualität sei dann Hilfe nötig.

Eine Verwahrung hätte bedeutet, neue Gutachten einzuholen. Das Verfahren würde mindestens ein weiteres Jahr lang dauern. «Das wäre nicht im Interesse der Opfer gewesen», so Jung. «Diese möchten ihr Leiden abgeschlossen haben.» (pz)