Antifeminismus-Tagung

Antifeminismustreffen findet nun an geheimen Ort statt

Verspraytes Gemeindehaus

Uitikon

Verspraytes Gemeindehaus

Wegen neuen Vandalenakten von Linksextremen will das Giardino Verde in Uitikon die Anti-Feministen nicht mehr beherbergen. Diese führen ihren Anlass nun, wenn überhaupt, an einem geheimen Ort durch

Die Linksautonomen hatten die Randale in Uitikon eigentlich erst auf Samstag angekündigt. Dann hätte in der Zürcher Gemeinde im Restaurant Giardino Verde das erste internationale Anti-Feminismus-Treffen stattfinden sollen. Doch die Aktivisten, die sich AG Frauen nennen, haben gestern zugeschlagen, und zwar im Wortsinne: Mehrere Liegenschaften, das Gemeindehaus, der Dorfplatz wie auch das Restaurant Giardino Verde in Uitikon wurden mit Sprüchen und Logos beschmiert. Auf der Internetseite Indymedia.org werfen sie der Gemeinde vor, dass sie sich nicht gegen das Anti-Feminismus-Treffen stellen.

Die Veranstaltung wird nun nicht im vorgesehen Lokal stattfinden. «Wir haben an der Gemeinderatssitzung zur Kenntnis genommen, dass der Grundeigentümer des Areals seine Zusage zurückgenommen hat», sagte der Uitiker Gemeindepräsident Bruno Bauder am Montagabend. Uitikon hatte laut Bauder auch geprüft, «ob es rechtlich möglich ist, das Anti-Feminismus-Treffen zu verbieten.

Auch Giusep Fry, Besitzer des Hotels Uto Kulm, der für das Catering im Giardino Verde zuständig ist, hat kalte Füsse bekommen. Gestern beschloss er, die Anti-Feministen nicht zu bewirten. Initiant René Kuhn überlegt sich jetzt, einen anderen Caterer zu engagieren oder aber «das Treffen an einem geheimen Ort» durchzuführen. Kuhn: «Das entsprechende Lokal hätten wir schon.» Doch auch die Möglichkeit, das Treffen abzusagen, schliesst er nicht aus.

Rechtsanwalt David Gibor findet dieses Vorgehen verkehrt: «Anstatt jene zu schützen, die ihr verfassungsmässiges Recht auf Versammlungsfreiheit ausüben wollen, kuscht man vor jenen, die öffentlich zu Gewalt aufrufen und sich damit strafbar machen.» Auch unpopuläre Randgruppen hätten das Recht auf freie Meinungsäusserung. Gibor: «Verbietet man solche Treffen, noch dazu nach Gewaltandrohungen, untergräbt man Fundamente der Demokratie. Recht sollte Macht nicht weichen.»

Heute Mittwoch findet im Laufe des Tages eine Pressekonferenz zum weiteren Vorgehen statt. (cls/sda)

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