Passivrauchen
Anti-Raucher-Initiative: «Im Gastgewerbe sind 10‘000 Stellen in Gefahr»

Gastrosuisse-Direktor Bernhard Kuster warnt im Interview vor den Auswirkungen der Passivrauch-Initiative. „Mittelfristig sind wohl rund 1000 Beizer und 10 000 Stellen in Gefahr", sagt Kuster.

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Im Gastgewerbe sind 10‘000 Stellen in Gefahr

Im Gastgewerbe sind 10‘000 Stellen in Gefahr

Keystone

„Speiserestaurants würden wohl nicht darunter leiden, dafür aber umso mehr kleine Betriebe auf dem Land, in die man ein Bier trinken geht. Ich gehe davon aus, dass dort die Umsätze um 10 Prozent sinken würden."

Diese Prognose sei nicht übertrieben. „Leider ist es Realität, dass die Initiative einigen Kleinstbetrieben auf dem Lande das Genick brechen würde", sagt Kuster im „Sonntag". „Heute beschäftigt das Schweizer Gastgewerbe rund 215 000 Menschen. Seit 2008 gingen rund 20 000 Stellen verloren.

Die 10 000 Stellen kämen dann zusätzlich hinzu." Es gehe in der Gastronomie-Branche auch darum, dem Gast einen Service zu bieten. „Unbediente Fumoirs funktionieren wie ein Selecta-Automat. Für Take-away mag das in Ordnung sein, aber nicht in einem Restaurant, das von Service und Kontakt lebt." Die Lungenliga behaupte, Rauchen in Fumoirs wäre weiterhin möglich, einfach ohne Bedienung.

Doch daran glaubt Kuster nicht: „Im Initiativtext steht klar, dass Raucherräume generell verboten wären. Für unbediente Fumoirs müsste das Parlament im Nachhinein Ausnahmen beschliessen. Ob dies geschehen würde, ist mehr als fraglich", sagt Kuster im „Sonntag". Das Problem seien die bereits getätigten Investitionen. Viele Restaurants hätten auf 2010 hin ein Fumoir mit spezieller Lüftung für durchschnittlich 100 000 Franken installiert. „Diese Investitionen wären verloren.

Dabei funktioniert der Passivrauchschutz heute ja sehr gut. Alle sagen mir immer wieder, die Kleider und Haare stinken nicht mehr." Das Problem der Belästigung durch Passivrauch sei gelöst. Dennoch glaub er, die Abstimmung werde „ultraknapp".